ZUR PERSON: Von der Wiesn in den Landtag?

Bekannt für ihr Durchsetzungsvermögen: Gabriele Weishäupl.
Bekannt für ihr Durchsetzungsvermögen: Gabriele Weishäupl.
ANDRÉ JAHNKE, DPA 10.01.2013
26 Jahre lang war die parteilose Gabriele Weishäupl verantwortlich für den Tourismus in München. Jetzt soll sie in den Landtag einziehen - für die FDP.

Sie gilt als die "First Lady" und das Gesicht des Münchner Oktoberfestes. 26 Mal leitete Gabriele Weishäupl das größte Volksfest der Welt, bevor sie sich im vergangenen Jahr zurückzog. Jetzt will die FDP die 65-Jährige, die Chefin des Münchner Tourismusverbandes war, in den Landtag schicken. Den Parteigremien soll sie sich bereits vorgestellt haben. Sie soll einen aussichtsreichen Listenplatz in Oberbayern bekommen. In Bayern wird voraussichtlich im September ein neuer Landtag gewählt.

Weishäupl, die sich im Falle ihrer Wahl zur Abgeordneten den Themen Wirtschaft und Mittelstand zuwenden will, musste sich oftmals gegen murrende Wirte behaupten. Durchsetzungsvermögen kennzeichnet ohnehin den Lebensweg der promovierten Kommunikationswissenschaftlerin: Als Parteilose stach sie 1985 bei der Wahl zur Münchner Tourismus-Chefin 40 männliche Mitbewerber aus und wurde gegen den Widerstand von CSU und Grünen die erste Frau in einer Spitzenstellung in der Geschichte der Stadt München.

Im Frühjahr 2012 ging Weishäupl, die noch vor der Landtagswahl der FDP beitreten will, in den Ruhestand. Geboren wurde sie 1947 in Passau, ihre Kindheit verbrachte sie im niederbayerischen Aicha vorm Wald. Nach dem Abitur studierte Weishäupl Kommunikationswissenschaften, Bayerische Geschichte und Politische Wissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU).

Bis 1985 arbeitete die Ex-Wiesn-Chefin bei der Münchner Messe- und Ausstellungsgesellschaft und hatte von 1981 bis 1985 an der LMU einen Lehrauftrag im Fach Kommunikationswissenschaft. Weishäupl erhielt unter anderem den Bayerischen Verdienstorden und das Bundesverdienstkreuz am Bande.

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