ZUR PERSON: Sex im Dienst

Teilt aus, muss einstecken: Landrat Michael Adam. Foto: dpa
Teilt aus, muss einstecken: Landrat Michael Adam. Foto: dpa
PATRICK GUYTON 30.11.2013
Facebook-Pöbeleien, luststeigernde Drogen, Sex im Dienstzimmer: Der Regener Landrat Michael Adam, einst SPD-Hoffnungsträger, hat Ärger.

Er habe "brutal ausgeteilt", sagt Michael Adam, jetzt müsse er auch einstecken können. Nach harter Kritik, Streit und Schmähungen hat der 28-jährige SPD-Landrat aus dem Bayerischen Wald eine Sex-Affäre am Hals. Als er vor zwei Jahren im Landkreis Regen zum jüngsten Landrat Deutschlands gewählt wurde, galt Adam als SPD-Hoffnungsträger. Ein dynamischer, offensiver, bodenständiger Politiker, der mit seinem Ton die Stimmung der Bevölkerung trifft. Adam hatte die Etikette des Rebellen - jung, links, protestantisch, bekennend schwul und äußerst populär im tiefschwarzen Bayerwald.

Ausgestattet mit einem großen Ego, begann er mit Pöbeleien. In der Münchner SPD-Zentrale seien "nur Ja-Sager und Speichellecker erwünscht", tobte er auf Facebook. Er zog sich aus der Partei zurück, im Landtagswahlkampf von Christian Ude tauchte er nicht auf. Was sich nach der verlorenen Wahl rasch änderte: Adam bekannte, er habe für die CSU votiert, weil er die SPD-Führung "persönlich für nicht wählbar" gehalten habe. Kurz darauf beleidigte er Disco-Türsteher, die mutmaßlich als Schläger auftraten, auf Facebook als "gehirnamputiert".

Und nun die Enthüllung, dass Michael Adam, der in einer eingetragenen Partnerschaft mit einem Mann lebt, in seinem Landratsbüro Geschlechtsverkehr mit einem anderen 20-Jährigen gehabt hat. Er habe "Poppers" konsumiert, luststimulierende Drogen, deren Besitz legal ist. Als es die Gerüchte wilder wurden, entblößte sich Adam in einer Pressekonferenz: "Es gab Sex in Diensträumen", gestand er, in sechs Fällen. Moralisch sei dies eine schwere Verfehlung, rechtlich aber angeblich ohne Bedeutung. Künftig geschehe nichts mehr in dieser Hinsicht, er habe "Konsequenzen in der Lebensführung" gezogen.