Zur Person: Castro-Tochter zurück in Kuba

Lebt seit Jahrzehnten in den USA: Castro-Tochter Alina Fernández.
Lebt seit Jahrzehnten in den USA: Castro-Tochter Alina Fernández. © Foto: afp
EPD 09.08.2014
Sie war Jahrzehnte im selbstgewählten Exil in den USA: Jetzt kehrte die Tochter von Fidel Castro, Alina Fernández erstmals nach Kuba zurück.

Die in die USA geflüchtete Tochter des kubanischen Revolutionsführers Fidel Castro, Alina Fernández, durfte jetzt erstmals nach 21 Jahren wieder nach Kuba einreisen. Die 58-jährige Journalistin habe ihre schwer kranke Mutter in einem Krankenhaus besucht, berichtete die in Miami (USA) erscheinende Zeitung "El Nuevo Herald". Fernández ist die uneheliche Tochter Castros, der am 13. August 88 Jahre alt wird. Sie gilt als eine der schärfsten Kritikerinnen des kommunistischen Regimes in Kuba.

Fernández war nach zahlreichen abgelehnten Ausreiseanträgen 1993 mit einem spanischen Pass und einer Perücke in die USA geflohen. Einen Dialog mit der kubanischen Führung hält sie für sinnlos. Ihre Reise könnte aber ein Zeichen für eine gewisse Annäherung sein. Fernández soll sich seit Anfang der Woche in Kuba aufhalten.

Ihre Mutter, die heute 88-jährige Natalia "Naty" Revuelta, hatte 1955 eine kurze Liaison mit Castro. Fidels Tochter wuchs bei ihrer Mutter auf und erfuhr erst mit zehn Jahren, wer ihr Vater ist. In ihrer 1998 veröffentlichten Biografie nannte sie Castro herrschsüchtig, autoritär und eiskalt. Seinen jüngeren Bruder, den heutigen Staats- und Parteichef Raúl Castro, beschrieb sie dagegen als gut und hilfsbereit. In einem Interview soll ihn als einzige Hilfe bezeichnet haben, die man in der Familie finden konnte.

Als Fernández zur Welt kam, hatte sie bereits einen Halbbruder, den 1949 geborenen Fidel, der Fidelito genannt wird. Er entstammt Castros kurzer Ehe mit Mirta Diaz-Balart, die sich 1954 von ihm getrennt hatte. Mit seiner heutigen Frau Dalia hat Castro fünf Söhne, die alle in Kuba leben: Alex, Alexis, Alejandro, Antonio und Angel. Es soll noch weitere uneheliche Kinder geben. Das Privatleben Fidel Castros und seiner Familie wird in Kuba wie ein Staatsgeheimnis gehütet.

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