Kommentar André Bochow zur Koalitionsdebatte in der CDU Zur falschen Zeit

NBR Berlin. Copyright: Thomas Koehler/ photothek.net Berliner Redaktion, Kommentarfotos
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Berlin / André Bochow 13.08.2018

Soll noch einer sagen, es sei kein Leben im politischen System. Da denkt im hohen Norden ein CDU-Ministerpräsident  über ein Bündnis mit der Linkspartei noch lauter nach, als es der Brandenburger CDU-Landesvorsitzende  schon vor Wochen tat und schon herrscht allgemeine Aufregung. Tabubruch? Das endgültige Ende des Kalten Krieges? Beides? Wahrscheinlicher ist, die Herren Günther und Senftleben haben sich einfach die politische Realität in Ostdeutschland angesehen, sind zusammengezuckt und haben ihre Ansichten dieser Realität angepasst.

Schwarz-dunkelrote Bündnisse scheinen demnach nicht nur rechnerisch möglich, sondern logisch zu sein. Zwingend sind sie natürlich nicht. Und  ist es wirklich klug, lange vor Landtagswahlen so darüber zu reden, als ob morgen Koalitionsgespräche auf der Tagesordnung stünden? Die Wähler werden wohl eher in ihrer Ansicht bestärkt, die sogenannten etablierten Parteien würden sich praktisch nicht unterscheiden und deswegen könne auch jeder mit jedem. Dabei zeigt gerade der Mauerbau-Gedenktag, dass die Unterschiede zwischen CDU und Linken fundamental sind.

Sollte es doch Gemeinsamkeiten geben, dann kann man die immer noch suchen. Das würde sicher spannend werden. Aber bitte nach Wahltagen. Davor gilt es, das berühmte Profil zu schärfen. Das schließt einen vernünftigen Umgang von Demokraten miteinander nicht aus. Die unzeitgemäße Diskussion über ein Bündnis von Union und Linken ist darüber hinaus tückisch. Wenn das funktionieren würde, warum nicht auch eines von CDU und CSU mit der AfD? Auch das wird nicht mehr von allen in der Union ausgeschlossen.

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