Ziel der Abgabe ist der Kampf gegen Fettleibigkeit vor allem bei Kindern. Das Gesundheitskomitee des Parlaments zeigte sich in einem Bericht überzeugt, dass die Steuer den Zuckerkonsum senken würde. Als Beispiel führt der Bericht Mexiko an. Dort wurde eine Steuer von zehn Prozent auf mit Zucker gesüßte Getränke eingeführt, was zu einem Konsumrückgang um sechs Prozent führte. In Anbetracht der Tatsache, dass in Großbritannien ein Fünftel der Grundschulkinder bereits übergewichtig bis fettleibig seien, so die Abgeordneten, und diese Anzahl auf ein Drittel ansteigen würde, bis die Jugendlichen die Schullaufbahn beenden, sei die Regierung zum Handeln gezwungen.

Der Bericht fordert deshalb nicht nur eine Besteuerung zuckerhaltiger Getränke, sondern ebenfalls Zurückhaltung bei der Vermarktung und der Werbung. Das könnte das Ende von Weihnachtsfilmen von Coca-Cola oder Werbung für Sommerlimonaden sein. Zeichentrickcharaktere sollen in Zukunft kein ungesundes Essen mehr bewerben dürfen - und alle anderen erst nach 21 Uhr, wenn die meisten Kinder im Bett sind.

Zu den Fans der Zuckersteuer gehört Fernsehkoch Jamie Oliver. Die Abgabe sei die "wichtigste einzelne Veränderung", die durchgeführt werden könne, tat der Geschmacksguru kund.

Und damit nicht genug der gefährlichen Nahrungsmittel: Auf der anderen Seite des Atlantiks - in New York, wo der Bürgermeister bereits den Verkauf von Soft Drinks in Ein-Liter-Bechern untersagt hat - geht es nun dem Salz an den Kragen. Restaurant-Ketten müssen künftig Gerichte mit einem hohen Salzanteil kennzeichnen: mit einem schwarz-weißen Salzstreuer auf der Speisekarte.

Bleibt abzuwarten, ob in London demnächst die Forderung nach einer Salzsteuer aufkommt - oder nach Warnhinweisen auf den Fish&Chips-Tüten.