Kommentar Ellen Hasenkamp zum Zustand der Bundeswehr Zu wenig Interesse an der Truppe

Ellen Hasenkamp
Ellen Hasenkamp © Foto: Marc Hörger
Berlin / Ellen Hasenkamp 22.08.2018

Mehr Verantwortung für Deutschland, multinationale Zusammenarbeit, Standortfaktor für die Region – auf ihrer Sommerreise hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) gerade wieder viel Lob über der Truppe ausgeschüttet. Und ein bisschen zusätzliches Geld für Kasernen und Krankenhäuser hat sie auch mitgebracht.

Die Millionen sind nötig, der Zuspruch auch. Ausstattungs- und Materialmängel gehören inzwischen zur Bundeswehr wie die Feldflasche zum Marschgepäck. Von der Leyen hat zwar aufgeräumt bei Rüstung und Beschaffung. Doch dabei darf es nicht bleiben: Nötig ist ein wirklicher Wandel sowohl der Abläufe als auch der Mentalitäten. Denn beim Kauf von Fregatten oder Kampfjets geht es um viel Geld, das viele Politiker und Bürger ohnehin lieber woanders eingesetzt sehen würden.

Obwohl überall Kasernen stehen, interessiert sich die Öffentlichkeit noch zu wenig für das Thema Verteidigung: Was soll die Truppe leisten, was wollen wir dafür ausgeben? Darüber muss öffentlich und breit debattiert werden. Sonst machen Rüstungskonzerne und Verteidigungsexperten die Sache unter sich aus.

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