Glosse Wer hat’s erfunden?

Die Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht eckt mit ihrer Sammlungsbewegung „Aufstehen“ an – nicht nur politisch.
Die Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht eckt mit ihrer Sammlungsbewegung „Aufstehen“ an – nicht nur politisch. © Foto: Britta Pedersen/dpa
Berlin / Mathias Puddig 30.08.2018

Viermal werden wir noch wach, dann lassen Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine die Katze aus dem Sack. #Aufstehen wird ihre Sammlungsbewegung heißen, die die politischen Kräfte links der Mitte bündeln soll. #Aufstehen, das klingt nach Energie, nach neuem Morgen und auch nach „En Marche“, der Bewegung, die Emmanuel Macron ins französische Präsidentenamt getragen hat. Doch ganz so frisch ist der Name nicht.

 Denn kurz bevor die beiden Linkspolitiker nun ihr #Aufstehen der Öffentlichkeit präsentieren, müssen sie feststellen, dass es #aufstehn schon gibt, und zwar gleich nebenan in Österreich. Gleiche Schrift, gleicher Hashtag, ähnliche Farbe, nur eben drei Jahre vorher gegründet. Zufall?

Das kann schon sein, allein: Die Österreicher wollen das nicht glauben und werfen den Deutschen vor, sie kopiert zu haben. Die deutsche Initiative wiederum erklärt, dass da immerhin ein „e“ weniger im Namen sei und dass das Wort „Aufstehen“ ja nicht in Österreich erfunden wurde. Folglich seien die Plagiatsvorwürfe aus dem Nachbarland nicht nur absurd, sondern sogar „mehr als absurd“.

 Mehr als absurd ist allerdings auch, dass die selbst ernannte linke Sammlungsbewegung in Deutschland jetzt mit einem Streit darüber beginnt, wer’s erfunden hat. Ausgerechnet diese Frage haben doch eigentlich immer die Schweizer ziemlich lässig beantwortet.

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