Freiburg / MIRIAM KAMMERER Der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald verbietet in diesem Jahr Weihnachtsbäume in den 14 Schulen, die unter der Trägerschaft des Kreises stehen. Das liegt nicht daran, dass die Bäume so schnell entflammbar sind, sie stehen schlicht im Fluchtweg.
Überall in Deutschland werden derzeit Weihnachtsbäume aufgestellt und verbreiten eine festliche Stimmung. Überall in Deutschland? Nein, der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald hat es den 14 Schulen unter seiner Trägerschaft in diesem Jahr untersagt. Zumindest gilt diese Regel für den Innenraum des Schulgebäudes. Was zunächst kurios anmutet und sich wie eine weitere Schikane des Bürokratiemonstrums Bundesrepublik anhört, hat einen ernsthaften Hintergrund. Matthias Fetterer, der Pressesprecher des Landkreises, sagt, dass Weihnachtsbäume die Fluchtwege in Schulen verstellten. Meistens stünden die Bäume nämlich im Foyer und da seien sie schlicht im Weg.

Die Entscheidung des Dezernats für Schule und Bildung hat also weniger damit zu tun, dass Weihnachtsbäume schnell entzündbar sind. "Auch bei uns haben elektrische Kerzen Einzug gehalten", sagt Fetterer. Deswegen sind nicht nur Weihnachtsbäume in den Foyers der Schulen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald ungern gesehen, auch Skulpturen oder künstliche Weihnachtsbäume haben einen schweren Stand. Der Landkreis selbst geht mit gutem Beispiel voran: In den Gebäuden des Kreises gibt es dieses Jahr keine Weihnachtsbäume. Adventskränze und Gestecke seien im Übrigen erlaubt und auch vor den Gebäuden dürfen Tannenbäume aufgestellt werden.

Schon vergangenes Jahr hat Titisee-Neustadt (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) in seinen Schulen das Aufstellen von Weihnachtsbäumen verboten. Aus dem Innenministerium, dem die Feuerwehren im Land unterstehen, gibt es keine Weisungen für solche Verbote. "Wir verbieten gar nichts", sagt Pressereferent Rüdiger Felber. In den vergangenen Jahren habe es kaum Vorfälle mit Weihnachtsbäumen in öffentlichen Räumen gegeben, daher sei von dieser Seite keine Verschärfung geplant. Er zeigt aber Verständnis für die Entscheidung im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald, denn Fluchtwege könnten in der Tat verstellt werden. Wie man damit umgehe, könne jede Behörde für sich entscheiden.

Zu Bedenken gibt der Pressereferent, dass man nach dem Großbrand in einer Behindertenwerkstatt vor zwei Jahren in Titisee-Neustadt (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) mit 14 Toten sensibel im Bereich Brandschutz sei. Dort brannte es aufgrund einer Gasverpuffung. Matthias Fetterer räumt diesen Punkt ein. "Es ist klar, dass so eine Erfahrung sensibilisiert." Darüber hinaus sei der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald der einzige im Land, dem acht allgemeinbildende Gymnasien unterstehen. Dort werden auch sehr kleine Kinder unterrichtet. Daher sehe sich der Kreis hier in einer "besonderen Verantwortung", sagt Fetterer.