Sicherheit Warnung vor Islamisten-Kindern

Stuttgart/Berlin / Ellen Hasenkamp und Roland Muschel 07.08.2018

Der Einfluss kann von außen kommen, aber auch aus der eigenen Familie: In einer Analyse weist der Bundesverfassungsschutz auf die Gefahr durch Kinder aus islamistischen Familien hin. Von Geburt an seien sie einem „extremistischen Weltbild“ ausgesetzt, zitieren die Zeitungen der Funke-Mediengruppe aus dem Papier. Der Bundesverfassungsschutz geht demnach von einer „niedrigen dreistelligen Zahl“ solcher Familien aus – mit mehreren hundert Kindern. Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen nannte die dschihadistische Beeinflussung der Kinder „besorgniserregend und deshalb auch für den Verfassungsschutz eine Herausforderung in den nächsten Jahren“.

Wie Kinder als Kämpfer missbraucht werden können, zeigte ein Fall aus Ludwigshafen: Ein 12-Jähriger wollte in den Krieg im Irak ziehen, doch seine Anstifter überzeugten ihn davon, in Deutschland zuzuschlagen. Ende 2016 versuchte er einen Nagelbomben-Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Ludwigshafen. Er ist der bisher jüngste Terrorverdächtige Deutschlands.

Innenexperten der Union fordern daher, die Beobachtung  von Kindern unter 14 Jahren zu erlauben. Das Mindestalter war erst 2016 von 16 auf 14 Jahre abgesenkt worden. Das Bundesinnenministerium ist für weitere Schritte grundsätzlich offen, sagte eine Sprecherin. Die Grünen lehnen das ab: Die Forderung sei „nicht nur rechtsstaatlich mehr als bedenklich, sondern geht auch an der Sache vorbei“, sagte Bundestags-Fraktionsvize Konstatin von Notz dieser Zeitung. Nötig sei „mehr Präventionsarbeit“.

Die Regeln in den Länder sind unterschiedlich. Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) sagte auf Anfrage: „Zum wirksamen Schutz gehört, dass der Verfassungsschutz den Salafismus und andere extremistische Strömungen des Islam beobachteten kann.In Baden-Württemberg sind wir da gut aufgestellt.“ Die Verfassungsschutz darf „auch Kinder unter 14 Jahren in den Blick  nehmen.“

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel