Dresden Waldschlößchenbrücke: "Überdimensioniertes Monstrum"

DPA 15.01.2016
Die Waldschlößchenbrücke ist eine der acht Dresdner Elbquerungen für den Straßenverkehr. Knapp sechs Jahre, vom November 2007 bis zum Sommer 2013, hat der Bau gedauert, dann wurde die Brücke für den Verkehr freigegeben. Das Projekt wurde in Dresden doppelt abgesichert.

Basis war nicht nur ein Stadtratsbeschluss von 1996, sondern auch ein positiver Bürgerentscheid 2005. Die unangenehme Konsequenz: Nur vier Jahre später wurde dem Dresdner Elbtal der 2004 verliehene Welterbetitel aberkannt, weil die Brücke aus Sicht des Welterbekomitees der Unesco das Landschaftsbild dramatisch veränderte.

Dem Bau waren jahrelanges politisches Gezerre und juristische Auseinandersetzungen vorausgegangen. Massenproteste, Sitzblockaden sowie Anschläge auf und Besetzungen von Baugeräten hatten auch bundesweit Schlagzeilen gemacht. Baustoppanträge in Parlamenten und Klagen scheiterten. Umplanungen, Prozesse und ungünstiges Wetter hatten den Bau immer wieder verzögert und die Kosten auf knapp 181 Millionen Euro getrieben.

Die Stahlbetonkonstruktion überspannt mit einer Gesamtlänge von rund 636 Metern fast die gesamte Breite der Elbauen und wird durch einen großen Bogen mit einer Spannweite von etwa 140 Metern markiert. Kritiker sprachen damals von einem "überdimensionierten Monstrum".

Naturschützer kämpfen unterdessen weiter vor Gericht gegen die Baugenehmigung. Sie hatten bereits im Jahr 2007 den Brückenbau zeitweise gestoppt. Grund: Die Entdeckung der "Kleinen Hufeisennase" dort, einer in den Elbauen heimischen Fledermausart.