Kiew / DPA  Uhr
Die seit Anfang September geltende Waffenruhe im Kriegsgebiet Ostukraine hält nach Einschätzung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) weitgehend. Mit einem Stichwort zum Gipfeltreffen in Paris.

"An einigen Tagen fiel die Zahl der Verstöße unter zehn, an anderen gab es keine", sagte der Vizechef der OSZE-Beobachter, Alexander Hug, in Kiew. Ein Gipfeltreffen von Kanzlerin Angela Merkel, Kremlchef Wladimir Putin sowie den Präsidenten Frankreichs und der Ukraine, François Hollande und Petro Poroschenko, soll am 2. Oktober in Paris stattfinden.

Von Minsk nach Paris

Mehr als ein halbes Jahr ist es her, dass bei einem Vierergipfel in der weißrussischen Hauptstadt Minsk ein Friedensplan für die Ukraine entwickelt wurde. Jetzt hat Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Kremlchef Wladimir Putin, dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko und Frankreichs Staatsoberhaupt François Hollande ein neues Gipfeltreffen am 2. Oktober in Paris vereinbart.

Bisher ist man weit davon entfent, das Minsk-Abkommen umzusetzen. Doch seit dem 1. September gibt es einen Fortschritt: Der Waffenstillstand in der Ost-Ukraine, gegen den immer wieder verstoßen wurde, hält plötzlich. Auf beiden Seiten der Demarkationslinie ist die Lage ziemlich stabil. Jetzt, nach fast 8000 Toten, geht es darum, die Feuerpause zu sichern und dafür zu sorgen, dass auch die anderen Vereinbarungen Wirklichkeit werden.

Über einen neuen Gipfel wurde schon länger spekuliert. Als wahrscheinlich galt zunächst ein Treffen Ende September am Rande der UN-Vollversammlung. Doch es bestand die Gefahr, dass dort auch viele andere hätten mitreden wollen.

In den nächsten drei Wochen finden mehrere Vorgespräche zu dem Paris-Gipfel statt. So hat Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) für Samstag seine Kollegen aus Moskau, Paris und Kiew nach Berlin eingeladen.

Parallel zu den Bemühungen der Regierungschefs und Außenminister kommen alle paar Wochen Vertreter der Ukraine, Russlands und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) mit Gesandten der Separatisten zusammen. Zuletzt arbeiteten die Unterhändler an einem Abkommen über den Abzug von Kriegsgerät von der Donbass-Front.