Kommentar Martin Hofmann zur Gebühr für Notaufnahmen Vorsicht, ein Patient

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Autorenfoto Martin Hofmann © Foto: Könneke Volkmar
Ulm / Martin Hofmann 17.07.2018

Der Vorschlag des Kassenärzte-Chefs Andreas Gassen  taugt weder als erstes noch als letztes Mittel. Die Idee einer Ambulanz-Gebühr ähnelt dem Motto: eine Grube, in die wir schon hineingefallen sind, buddeln wir jetzt anderen. Zu bürokratisch, für das Arzt-Patient-Vertrauen zerstörerisch, ohne Lenkungswirkung: So haben die Kassenärzte die Praxis-Gebühr erfolgreich bekämpft. Dass Gebühren jetzt Klinikambulanzen helfen sollen, ist ein Treppenwitz.

Solch ein Eintrittsgeld schreckt die nicht ab, die es sich leisten können. Andere gehen deswegen nicht zum Arzt und kosten das Solidarsystem letztlich viel mehr.

Natürlich sind Klinik-Ambulanzen überlastet. Rund ein Drittel der Menschen sind nicht so krank, dass ihre Not einen Eingriff erfordert. Es bedarf Wege, die Patientenströme zu steuern. Bewährt haben sich etwa den Kliniken vorgeschaltete Praxen.

Dies kostet zusätzlich Geld. Es wäre aber ein Armutszeugnis, wenn sich Kliniken und Praxisärzte nicht auf ein System verständigen, das keinen unter- oder übervorteilt. Das Interesse zu helfen, ist doch wohl die erste Pflicht der im Gesundheitswesen Tätigen.

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