Al Asrak Von der Leyen: „IS nicht unterschätzen“

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat am Samstag Bundeswehrsoldaten in Jordanien besucht.
Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat am Samstag Bundeswehrsoldaten in Jordanien besucht. © Foto: dpa
Al Asrak / Ellen Hasenkamp 13.01.2018
Bei einem Besuch deutscher Soldaten in Jordanien hat Verteidigungsministerin von der Leyen (CDU) eine Abenkung des Mandats angekündigt.

Das Bundeswehr-Camp auf dem jordanischen Luftwaffenstützpunkt Al Asrak ist noch immer im Aufbau. Die deutschen Soldaten beteiligen sich von dort aus mit Aufklärungsflügen und Luftbetankung am internationalen Einsatz gegen die Dschihadisten-Miliz IS. Und dieser Kampf zeigt Erfolge: „Der IS ist weitgehend militärisch geschlagen“, sagt Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) am Samstag bei einem Besuch der Truppe vor Ort. Und das wird Folgen auch für die Bundeswehr haben.

Nach Angaben der Ministerin dürfte die Mandatsobergrenze von derzeit 1200 Mann demnächst gesenkt werden. Tatsächlich im Einsatz sind derzeit ohnehin nur rund 300 Männer und Frauen. Der Anti-IS-Einsatz nach den blutigen Anschlägen in Paris vor drei Jahren begonnen worden – auch als Zeichen der Solidarität mit Frankreich. Zunächst umfasste das vom Bundestag verabschiedete Mandat auch die Begleitung und den Schutz eines Flugzeugträgers – diese Aufgabe ist inzwischen weggefallen.

Auch deswegen, so von der Leyen, „kann man vorausschauend sagen, dass die sehr üppige Obergrenze gesenkt werden kann“. Zahlen wollte sie aber noch nicht nennen. Das derzeitige Mandat läuft noch bis Ende März, danach muss der Bundestag erneut entscheiden.

Grundsätzlich aber will die Ministerin an dem Einsatz festhalten. Zur Begründung nennt sie zum einen den Kampf gegen den IS, der noch nicht endgültig gewonnen sei. „Wir wissen auch, dass der IS nicht zu unterschätzen ist“. Es müsse verhindert werden, dass er sich „in Rückzugsorten einnistet“.

Zum zweiten geht es der Ministerin wie auch der Bundesregierung insgesamt auch um eine Stabilisierung der Region. Das pro-westliche Jordanien soll als Stabilitätsanker in einer Krisenregion gestärkt werden – und die umliegenden Länder, allen voran der Irak, Unterstützung bekommen. Und drittens geht es der Ministerin aber auch darum, Deutschland und die Bundeswehr als verlässlichen Partner zu präsentieren.

Bei einigen der mitreisenden Bundestags-Abgeordneten treten aber Fragen auf: „Wieso soll der Stützpunkt ausgebaut werden, wenn der IS weitgehend zerschlagen ist“, fragt der Linken-Politiker Alexander Neu.

Noch aber läuft der Alltag der Soldaten im deutschen Camp Sonic auf dem Stützpunkt wie bisher. Sechs Mal pro Woche fliegen jeweils zwei der insgesamt vier Tornados in einer Rotte zu Einsätzen über Syrien und Irak. Die Bilder, die sie mitbringen, sollen Informationen über mögliche Stärke und Rückzugsorte des IS senden. „Wir sind dazu da, das Lagebild zu verdichten“, sagt Major Dominique G.

Der Airbus zur Luftbetankung hebt ebenfalls sechs Mal pro Woche ab und versorgt die deutschen, aber auch Flugzeuge von verbündeten Nationen mit Kerosin. Die Soldaten sehen die politischen Veränderungen entspannt. „Wir machen hier einfach unsere Arbeit“, sagt Marcel F. „Die Bedingungen sind gut und es ist alles sehr entspannt.“

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