Köln Verdächtig närrisch

Foto: © maskworld.com
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Köln / KNA 21.01.2016
Karneval ist das Fest der Kostüme: Pirat oder Superman, Scheich oder Spezialeingreiftruppe - der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Eigentlich.

Doch dieses Jahr ist alles anders. Wegen der Gefahren durch Terror und Übergriffe wird die Polizei im Karneval besonders genau hinschauen - und fürchtet angesichts der oft martialischen Verkleidungen, den übermütigen Jecken nicht vom übelwollenden Täter unterscheiden zu können. Die Polizei von Mönchengladbach riet in der "Rheinischen Post" ausdrücklich davon ab, in Kostümen wie Pirat, Cowboy oder Jedi-Ritter einen Karnevalsumzug zu besuchen.

Sprecher Jürgen Lützen: "Wir warnen nicht, wir bitten." Lustige Kostüme sollten den Karneval begleiten, keine martialischen. Spielzeugwaffen etwa könnten Irritationen auslösen - sowohl bei anderen Feiernden als auch bei der Polizei. "Wir bitten darum, in diesem Jahr an Karneval Fingerspitzengefühl zu zeigen", sagt Lützen.

Die Polizei in Köln hält die Jecken dazu an, sich ihre Kostümwahl gut zu überlegen. Polizeisprecher Christoph Gilles erklärt: "Täuschend echte Waffen können zu Irritationen bei den Sicherheitskräften führen." Die Bitte, auf bestimmte Kostüme zu verzichten, relativiert er jedoch. Ein Verbot sei "völlig realitätsfern", so Gilles.

Das meinen auch die meisten Kommentatoren in den sozialen Netzwerken. "Es ist unfassbar, dass man sowas in Deutschland überhaupt erst in Betracht zieht ... Das war nie ein Thema!", schimpft eine Frau auf Facebook. "Als nächstes kommt Bikini-Verbot am Badesee", prophezeit ein anderer Nutzer.

Die Düsseldorfer Polizei versucht, die übellaunigen Narren zu beruhigen. Sprecher Andre Hartwich stellt klar: "Die Düsseldorfer Polizei spricht keine Kostümempfehlung aus." Jeder Jeck sei für sich selbst verantwortlich. "Der Menschenverstand muss sagen, das ist okay und das ist nicht okay." Auch wenn der gesunde Menschenverstand gerade im Karneval manchmal leicht umnebelt ist.

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