USA USA: Der tiefe Sturz des Ex-Chefstrategen Stephen Bannon

Für Donald Trumps Ex- Chefstrategen Stephen  Bannon läuft es arbeitsplatztechnisch zur Zeit nicht so gut.
Für Donald Trumps Ex- Chefstrategen Stephen Bannon läuft es arbeitsplatztechnisch zur Zeit nicht so gut. © Foto: dpa
Washington / Peter De Thier 11.01.2018

Nachdem er bei US-Präsident Donald Trump in Ungnade gefallen war und  von seiner Position als Chefstratege im Weißen Haus gefeuert wurde, hat der ultrakonservative Medien­macher Stephen Bannon nun seinen Job bei der rechtsnationalen Website Breitbart verloren. Ob jener Mann, der einen maßgeblichen Anteil am Wahlsieg des 45. Präsidenten hatte, sich rehabilitieren kann und in der US-Politik jemals wieder eine Rolle spielen wird, ist offen.

Solch ein spektakulärer Absturz ist selbst in der US-Politik selten. Bannon galt als Vordenker, als Strippenzieher hinter den Kulissen, der mehr Einfluss auf die Positionen des Präsidenten hatte als jeder andere. Dazu zählten der Hass auf politische Etablierte, Misstrauen gegenüber Ausländern und ethnischen sowie religiösen Minderheiten und die Geißelung herkömmlicher Medien, die alle nur „fake news“ verbreiten würden, also falsche Nachrichten, um dem Präsidenten zu schaden. Trump belohnte seinen Vordenker sogar mit einem Sitz im Nationalen Sicherheitsrat, eine umstrittene Entscheidung, die vor allem bei Tochter Ivanka und Schwiegersohn Jared Kushner auf harte Kritik stieß.

Bannons Stern hatte zu sinken begonnen, als der Präsident General John Kelly zum Stabschef im Weißen Haus berief. Kelly führte eine militärische Disziplin ein. Den direkten Zugang zu Trump schränkte er drastisch ein und nahm vor allem Anstoß an Bannons rechtsgerichteten Positionen. Im Zuge eines massiven Stühlerückens im Weißen Haus wurde  Bannon entlassen.

Sein eigenes Grab schaufelte sich Bannon, als er dem Autor Michael Wolff gesagt haben soll, dass Trumps Sohn Donald Junior ebenso wie Kushner Staatsverrat begangen hatten, weil sie sich mit einer dem Kreml nahestehenden Anwältin trafen. Bannon habe seinerzeit nicht nur seinen Job im Weißen Haus verloren, „er hat auch seinen Verstand verloren“ twitterte Trump über ihn. Für den Rausschmiss bei Breitbart war entscheidend, dass die wohlhabende Sponsorin Rebekah Mercer, Tochter des Hedge-Fonds- Milliardärs Robert Mercer, Bannon wegen seiner Äußerungen das Vertrauen samt Finanzierung entzogen hat.

„Dreamer“ dürfen vorerst bleiben

Ein Gericht in Kalifornien hat den Vorstoß von Präsident Donald Trump zur Abschaffung des Schutzstatus für Kinder illegal Eingewanderter, sogenannter „Dreamer“, vorerst gestoppt. Richter William Alsup in San Francisco entschied laut Medienberichten, das Programm mit dem Daca („Deferred Action for Childhood Arrivals“) müsse vorerst Bestand haben. Die Entscheidung der Regierung, Daca zum März zu beenden, habe auf fehlerhafter Rechtsauslegung beruht, begründete Alsup sein Urteil. epd
Stichwort

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel