Kommentar Peter DeThier zu Trumps Idee, den iranischen Präsidenten zu treffen USA-Iran-Gipfel: Zum Scheitern verurteilt

Peter DeThier
Peter DeThier © Foto: swp
Washington / Peter DeThier 01.08.2018

Über die Motivation kann man nur spekulieren, die sich hinter US-Präsident Donald Trumps Idee verbirgt, aus heiterem Himmel eine direkte Begegnung mit dem iranischen Präsidenten Hassan Ruhani vorzuschlagen. Eine Rolle spielte sicherlich die Impulsivität des Präsidenten. Er redet oft, bevor er denkt. Natürlich fände Trump auch großen Gefallen an einem weiteren, aufwändig inszenierten Medienspektakel, bei dem er im Mittelpunkt steht. So gesehen ist es kein Wunder, dass er prompt Parallelen zu den Gipfeltreffen mit Kim Jong Un und Wladimir Putin zog, die zumindest in Trumps Wahrnehmung große Erfolge waren. 

Zweifellos dient Trumps spontaner Vorstoß in Sachen Iran aber auch der Ablenkung von den Ermittlungen gegen ehemals enge Vertraute des Präsidenten. Nach seinen Tweets zu urteilen, gibt es nämlich kaum ein Thema, das  Trump so umtreibt wie Sonderermittler Robert Muellers angebliche „Hexenjagd“ auf ihn.

Sollte es jemals zu einer Begegnung mit Ruhani kommen, ist unterm Strich jedenfalls zu befürchten, dass diese ebenfalls mit gegenseitigem Schulterklopfen und unverbindlichen Erklärungen enden würde. Szenen, die Trump dann seiner politischen Basis als Durchbruch zu verkaufen versucht. Ernsthafte Fortschritte zu erzielen wäre schon deswegen schwieriger als bei Kim und Putin, weil Trump mit der Aufkündigung des Atomabkommens vollendete Tatsachen geschaffen hat. Und die lassen sich nicht mit einem Händedruck wieder aus der Welt schaffen. Ruhani fordert zwar, dass Washington die Aufkündigung des Abkommens revidiert. Dazu aber ist der „Dealmacher“ Trump wohl weder fähig, noch bereit.

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