US-Wahl US-Wahl: Demoskopen geben Clinton einen knappen Vorsprung

Washington / dpa 08.11.2016

Die USA und die Welt stehen vor einem Herzschlagfinale: Die Demokratin Hillary Clinton geht als Favoritin in die Präsidentschaftswahl – aber ein Sieg ist ihr gegen den Republikaner Donald Trump keineswegs gewiss. Beide Kandidaten schlugen sich bis zuletzt mit Skandalen und schlechten Beliebtheitswerten herum. Dem Ausgang der Wahl wird weltweit entgegengefiebert. Die Sorge vor einem Sieg des Populisten Trump war groß, vor allem in Europa.

Beide Kandidaten traten am Montag noch einmal in mehreren wichtigen Staaten auf: Clinton am Abend in Pennsylvania mit Präsident Barack Obama, First Lady Michelle Obama und anderen prominenten Unterstützern, Trump in Florida, North Carolina, Pennsylvania und New Hampshire.

Rückenwind vom FBI

Möglichen Rückenwind erhielt Clinton am Sonntag durch die Mitteilung der Bundespolizei FBI, nach der auch eine zweite Runde von Ermittlungen in der E-Mail-Affäre keine Anhaltspunkte für kriminelles Verhalten ergeben hat. Allerdings hatten zu diesem Zeitpunkt rund 40 Prozent der Wahlberechtigten bereits ihre Stimme abgegeben. Demoskopen bezeichneten Clinton als Favoritin, warnten jedoch, dass ihr Sieg keineswegs sicher sei. Nate Silver, der bekannt wurde, weil er die Wahlausgänge 2008 und 2012 treffsicher vorhersagte, bezifferte Clintons Siegchancen auf 65 Prozent, die von Trump auf 35 Prozent. Entscheidend ist vor allem der Wahlausgang in mehreren großen US-Staaten, in denen die Abstimmung traditionell knapp ausgeht, vor allem Florida und Ohio. In einigen hatte sich das Gewicht zuletzt etwas zugunsten von Trump verschoben. Aber er müsste weiterhin eine Serie der umkämpften Staaten hinzugewinnen, um Clinton zu schlagen – schwer, aber nicht unmöglich.

Entscheidend ist am Ende nicht die absolute Stimmenzahl, sondern die Zahl der Wahlmänner. Die Mehrheit liegt bei 270. Clinton habe bisher 203 sicher, Trump 164, und 171 seien noch nicht zuzuordnen, errechnete RealClearPolitics.