Geheimdienstaffäre US-Geheimdienstaffäre: Leichtfertiger Umgang

Peter De Thier
Peter De Thier © Foto: swp
Peter De Thier 17.05.2017

Zu sagen, dass sich Donald Trump auf brüchigem Boden bewegt, wäre untertrieben. Der Präsident liegt seit dem ersten Tag im Amt mit den Geheimdiensten im Clinch. Der Rauswurf des früheren FBI-Chefs James Comey könnte durchaus dazu beigetragen haben, dass Einzelheiten seines Treffens mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow an die Öffentlichkeit kamen. Er geht leichtfertig mit hochsensiblen Geheimdienstinformationen um, welche für die Sicherheit der USA und der Partnerländer wichtig sind.

Auch Trumps treueste Mitarbeiter sind desillusioniert. Während sie versuchen, jeden Scherbenhaufen aufzuräumen, den der Präsident hinterlässt, fällt er ihnen mit Tweets in den Rücken. Damit diskreditiert er seine Glaubwürdigkeit – und die seiner  Berater.  Dass es noch kein Amtsenthebungsverfahren gab, liegt daran, dass die Republikaner in beiden Kongresskammern die Mehrheit besitzen. Das kann sich im November 2018 schnell ändern. Es ist nicht auszuschließen, dass eine Amtsenthebung schon früher kommt. Schließlich können sich schockierte Parteifreunde mit Blick auf ihre Karriere der Realität nicht mehr verschließen.