Eine überwältigende Mehrheit der Bürger erwartet, dass die grün-rote Landesregierung das Ergebnis des Volksentscheids zu Stuttgart 21 umsetzt. Das geht aus einer noch unveröffentlichten Studie der Universität Mannheim hervor, für die 1000 Baden-Württemberg befragt worden sind. Demnach akzeptieren 89 Prozent der Bürger das Votum für den Bau des Tiefbahnhofs. Nur vier Prozent sind der Meinung, die Regierung solle sich nicht an das Ergebnis halten. Ein so deutliches Resultat gebe es in der Umfrageforschung selten, sagte der Verfasser der Studie, der Politikerwissenschaftler Thorsten Faas.

Umstrittener ist, ob das Projekt auch bei einer Kostenexplosion gebaut werden soll. Aber selbst wenn das auf bis zu 4,5 Milliarden Euro taxierte Projekt "erheblich teurer" werden sollte, sind 53 Prozent der Befragten im Prinzip dafür, Stuttgart 21 zu verwirklichen. Für Gegner wären deutliche Mehrkosten dagegen weiter ein Grund, aus dem Projekt auszusteigen.

Auf breites Unverständnis stoßen die fortdauernden Proteste. Eine große Mehrheit der Befragten ist der Auffassung, dass die Demonstrationen jetzt aufhören sollten. Selbst bei S-21-Gegnern überwiegt das Bedürfnis, die Demos einzustellen.

Dass der Volksentscheid überhaupt stattgefunden hat, findet in der Bevölkerung große Zustimmung. "Die Ergebnisse der Studie sind ein klares Mandat für den Ausbau der Bürgerbeteiligung im Land", sagte die grüne Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung, Gisela Erler.

Nach Angaben der Deutschen Bahn AG könnten die Fäll- und Versetzungsarbeiten im Schlossgarten, wo 178 Bäume für Stuttgart 21 weichen müssen, bereits heute abgeschlossen werden.