Kommentar André Bochow zur Lage in der Union Unions-Politiker: Zeit, zu gehen

André Bochow.
André Bochow. © Foto: TFoto: Thomas Koehler/photothek.net
Kiel / André Bochow 08.10.2018

Beim Treffen der Jungen Union in Kiel haben sie alles versucht, um die politische Wirklichkeit positiv darzustellen. Beschworen wurden: Zusammenhalt, Gemeinsamkeit, Geschlossenheit. Aber wie das so ist: Wenn so laut appelliert wird, zeigt das nur, wie ernst die Lage ist. Nicht zuletzt für einige führende Politiker von CDU und CSU, deren politische Laufbahn allmählich zu Ende gehen dürfte.

In Bayern sind die Herren Söder und Seehofer dafür allererste Kandidaten. Zurzeit geben sie sich erst einmal gegenseitig die Schuld für ein Wahlergebnis, das es noch gar nicht gibt. Auf dem schwer leckgeschlagenen CSU-Dampfer bieten sie noch ein paar bizarre Auftritte, aber wenn die Wähler im Freistaat die scheinbar ewige Regierungspartei so abstrafen, wie sie es in Umfragen androhen, dann sollte es der politische Anstand gebieten, dass Söder und Seehofer ihre Trachtenhüte nehmen und gehen.

Doch auch die Regierungszeit Angela Merkels müsste eigentlich demnächst ihren Schlusspunkt finden. Zu vieles erinnert an das Ende der Ära Kohl. Nachdem die Bundestagsfraktion der Kanzlerin bei der Wahl des Fraktionsvorsitzenden schon nicht mehr folgen wollte, verlangt nun die Unions-Jugendorganisation, die Zeit von Kanzlerschaften auf drei Legislaturperioden zu beschränken. Das heißt auch: Frau Merkel, Sie regieren zu lange. Und schon erläutert  Wolfgang Schäuble in aller Öffentlichkeit die Möglichkeiten für Merkels demokratische Abwahl. Wie es aussieht, wird es Zusammenhalt, Gemeinsamkeit und Geschlossenheit in der Union unter Angela Merkel nicht mehr geben. Darüber wird man spätestens nach der Hessen-Wahl in der CDU sehr laut reden.

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