Bildung Sozial schwache Schüler bei Pisa-Tests besser

Sozial schwache Schüler holen bei Pisa-Studie auf.
Sozial schwache Schüler holen bei Pisa-Studie auf. © Foto: dpa
Berlin / Von Mathias Puddig 30.01.2018
Sozial schwache Schüler schneiden in Deutschland etwas besser ab als vor neun Jahren. Doch es bleibt viel zu tun.

Immer mehr Schüler aus einem sozial schwachen Elternhaus erreichen wenigstens ein solides Bildungsniveau. Das geht aus einer Auswertung der Pisa-Studie hervor, die am Montag in Berlin vorgestellt wurde. Demnach ist der Anteil der Schüler aus bildungsfernen Elternhäusern, die im Pisa-Test mindestens die Kompetenzstufe 3 erreicht haben, innerhalb von neun Jahren von 25 Prozent auf 32,3 Prozent gewachsen. Auf dieser Stufe haben die Schüler das grundlegende Handwerkszeug, um sich im Leben zurechtzufinden. OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher betonte, wie wichtig dies ist: „Die Menschen, die an einer guten Erstausbildung scheitern, haben später kaum Chancen, das noch aufzuholen.“  Dass Schüler aus bildungsfernen Elternhäusern heute erfolgreicher sind als 2006, sei deshalb ein großer Erfolg. „Die enormen Bildungsanstrengungen der 2000er-Jahre tragen Früchte.“

Der OECD zufolge sind Ganztagsangebote, ein positives Schulklima und gemeinsamer Unterricht von Schülern aller sozialen Hintergründe Ursachen für die Fortschritte. „Ein vielfältigeres Umfeld wirkt sich auf alle positiv aus“, erklärte Schleicher. Der OECD-Experte spricht sich sogar dafür aus, notfalls Klassen zu vergrößern, damit die Lehrer außerhalb des Unterrichts mehr Zeit haben, sich Schülern individuell zu widmen. In Schanghai, wo man sich für größere Klassen entschieden hat, habe sich „enorm viel getan“. Dort seien die Klassen fast doppelt so groß. Dafür sprechen die Lehrer aber fast wöchentlich mit den Eltern.

Der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) greift das zu kurz. „Wir haben jetzt schon sehr große Klassen, die von der sozialen Zusammensetzung her kaum zu handhaben sind“, sagt GEW-Schulexpertin Ilka Hoffmann. In einem anderen Punkt stimmt sie der OECD zu: „Je integrativer Schulformen sind, desto besser für sozial schwache Schüler.“ Ideal wäre „eine Schule für alle“, in der die Lehrer Zeit haben, sich den Schülern einzeln zu widmen.

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