Kommentar Stefan Kegel zum US-Verteidigungsetat Trump hat eigene Stärke im Blick

NBR Berlin. Copyright: Thomas Koehler/ photothek.net Berliner Redaktion, Kommentarfotos
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Stefan Kegel 15.08.2018

Die 716 Milliarden Dollar sind ein ungeheurer Batzen Geld. Das ist fast doppelt so viel wie der ganze deutsche Bundesetat. Mit dieser Summe will US-Präsident Donald Trump den militärischen Führungsanspruch seines Landes aufrechterhalten. Vier Wochen, nachdem er die Nato-Partner angetrieben hat, mehr Geld für Rüstung auszugeben, legt er nun selbst vor. So groß, wie er den Sprung der Ausgaben darstellt, ist er allerdings nicht. Experten betonen, dass die Ausgaben in den ersten drei Jahren seines Amtsvorgängers Barack Obama höher waren, wenn man die Inflation einberechnet. Aber an das Größer-Besser-Weiter-Getöse hat man sich bei Donald Trump gewöhnt.

Nun soll es auch noch der Weltraum sein. Schon vor 35 Jahren hatte die damalige US-Regierung Pläne, eine Streitmacht in der Umlaufbahn aufzubauen. Heute setzen ähnliche Vorhaben Chinas und Russlands die USA unter Zugzwang. Und auch auf dem Boden verschieben sich die Kräfteverhältnisse. Die unruhige Weltlage wird aber allein mit Milliarden für Raketen, Panzer und Kampfschiffe nicht in den Griff zu bekommen sein.

Trumps Muskelspiele rücken eine Wahrheit ins Rampenlicht: Je mehr sich die Amerikaner aus den traditionellen weltweiten Bindungen in Handel, Sicherheitspolitik und Diplomatie herausziehen, umso wichtiger wird für sie das Militär werden. Trump verachtet das weltweite Geflecht der Verbündeten, das den USA in den vergangenen Jahrzehnten ihre strategische Macht verlieh, und sieht das Heil des Landes in der eigenen Stärke. Trump muss nur aufpassen, dass er den Hebel nicht überdreht. Sonst kann „America first“ irgendwann enden mit „America alone“.

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