Konflikt Trump droht Nordkorea unverhohlen mit militärischem Vorgehen

US-Präsident Donald Trump rüstet gegen Nordkorea verbal weiter auf.
US-Präsident Donald Trump rüstet gegen Nordkorea verbal weiter auf. © Foto: afp
Washington / afp 12.08.2017

US-Präsident Donald Trump hat Nordkorea unverhohlen mit einem militärischen Vorgehen gedroht. „Die militärischen Lösungen sind nun vollständig vorbereitet“, schrieb Trump am Freitag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Er verglich die Einsatzbereitschaft der USA indirekt mit einem Colt, der „geladen und entsichert“ sei, „sollte Nordkorea sich unklug verhalten“. Mit Blick auf den nordkoreanischen Machthaber fügte er hinzu: „Hoffentlich findet Kim Jong Un einen anderen Weg.“

Washington und Pjöngjang hatten die gegenseitigen Drohungen zuletzt immer weiter verschärft. Trump hatte am Dienstag zunächst gedroht, die USA würden „mit Feuer und Wut“ auf weitere Provokationen reagieren. Nordkorea drohte daraufhin mit einem Angriff nahe der strategisch wichtigen Pazifikinsel Guam, wo die USA einen Luftwaffenstützpunkt mit 6000 Soldaten unterhalten.

Trump legte am Donnerstag nach und erklärte, seine Botschaft sei „vielleicht nicht hart genug“ gewesen. „Nordkorea sollte sich lieber zusammenreißen, sonst wird es Ärger kriegen wie nur wenige Staaten zuvor.“ Nordkorea sollte „sehr, sehr nervös“ sein.

US-Verteidigungsminister James Mattis hatte der Regierung in Pjöngjang am Mittwoch noch mit der „Vernichtung“ des eigenen Volkes gedroht; nun zeigte er sich aber um Entspannung bemüht. Ein Krieg mit Nordkorea wäre „katastrophal“, betonte er am Donnerstag. „Die Tragödie von Krieg ist allgemein bekannt“, sagte der Pentagonchef. Es seien bereits „diplomatische Ergebnisse“ zu sehen, und diesen Weg wolle er fortsetzen. Welche Ergebnisse er meinte, ließ Mattis allerdings offen.

In anderen Ländern wächst die Sorge, dass die Situation aus der Kontrolle geraten könnte: Der russische Außenminister Sergej Lawrow nannte das Risiko in dem Konflikt „sehr hoch, vor allem wegen der Rhetorik“. Die russische Regierung sei „sehr beunruhigt“, unterstrich er in Moskau.

Die staatliche chinesische Tageszeitung „Global Times“ forderte die Führung in Peking derweil auf, trotz eines bestehenden Beistandspakts mit Pjöngjang bei einem möglichen Erstschlag Nordkoreas gegen die USA „neutral“ zu bleiben. Sollten allerdings die USA und Südkorea militärisch angreifen und versuchen, die nordkoreanische Regierung zu stürzen sowie die politischen Gegebenheiten auf der koreanischen Halbinsel zu verändern, werde Peking sie daran hindern, hieß es in der Zeitung.

In südkoreanischen Medien wurden am Freitag Rufe nach eigenen Atomwaffen laut. Das Vertrauen in den nuklearen Schutzschild der USA sei nicht unerschütterlich, schrieb der „Korea Herald“. Das Blatt „Chosun“ verlangte, angesichts einer „drohenden Katastrophe“ durch den aggressiven Nachbarn müssten „sämtliche Optionen, selbst die bislang undenkbaren, auf den Tisch“.

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Hier steht ein Textanlauf mit ein paar Zeilen Text. swp