Kommentar Peter De Thier zur Entlassung des US-Außenministers Tillerson war zu unbequem

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Washington / Peter De Thier 14.03.2018

Überraschend ist am Abschied Rex Tillersons aus der Regierung von US-Präsident Donald Trump eigentlich nur, dass dieser nicht viel früher erfolgte. Größer könnten die Unterschiede zwischen den Managern, die beide im Rentenalter in die Politik wechselten, nämlich kaum sein. Auf der einen Seite der launische, unberechenbare Narzisst Trump, dem persönliche Interessen wichtiger sind als die weltgrößte Demokratie, die er zu regieren und verteidigen hat. Auf der anderen Seite der seriöse und diszi­plinierte Ehrenmann Tillerson, der Prinzipientreue demonstriert hat und nicht zögerte, in politischen Fragen seinem Chef zu widersprechen. Ungeachtet der Differenzen über das Nuklearabkommen mit Teheran oder das geplante Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un war spätestens, nachdem ihm vorgeworfen worden war, den Präsidenten als Idioten beschimpft zu haben, klar, dass Tillersons Tage an der Spitze des Außenministeriums gezählt sein würden.

Seit seinem Amtsantritt hat Trump immer wieder bewiesen, dass er sich nur dann wohl fühlt, wenn er Ja-Sager um sich hat. Tillerson auf bedingungslose Loyalität einzuschwören, scheiterte aber ebenso wie der Versuch, dem früheren FBI-Direktor James Comey, der ebenfalls entlassen wurde, ein Treuegelöbnis zu entlocken. Der Präsident schickt sich an, die USA wie ein Alleinherrscher zu regieren, der über dem Gesetz steht und den Rechtsstaat mit Füßen tritt. Bisher erwies sich die Demokratie als robust. Mit Spannung darf man aber darauf warten, ob Sonderermittler Robert Mueller, von dessen Ermittlungen der Präsident immer wieder abzulenken versucht, mit einer Sensation aufwartet.

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