Spur zu Attentäter Amri U-Haft gegen terrorverdächtigen Islamisten angeordnet

Polizisten bringen den Terrorverdächtigen Magomed-Ali C. im Bundesgerichtshof zum Haftrichter. Foto: Sebastian Gollnow
Polizisten bringen den Terrorverdächtigen Magomed-Ali C. im Bundesgerichtshof zum Haftrichter. Foto: Sebastian Gollnow © Foto: Sebastian Gollnow
Karlsruhe/Berlin / DPA 23.08.2018

Der in Berlin wegen Terrorverdachts festgenommene Islamist ist in Untersuchungshaft gekommen. Das ordnete der Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs an, wie die Bundesanwaltschaft mitteilte.

Der 31 Jahre alte russische Staatsbürger soll einen Anschlag geplant und dafür Sprengstoff gelagert haben.

Nach Angaben der Ermittler soll er dieselbe Moschee in Berlin besucht haben, in der auch Anis Amri verkehrte - der Attentäter vom Weihnachtsmarkt 2016 an der Berliner Gedächtniskirche. An der Festnahme des terrorverdächtigen Magomed-Ali C. am Mittwoch aufgrund eines Haftbefehls vom 9. August waren Beamte des Bundeskriminalamts, der GSG 9 und des Landeskriminalamts beteiligt. In Berliner Sicherheitskreisen hieß es, der Verdächtige sei kein Unbekannter und schon länger im Visier der Sicherheitsbehörden gewesen.

Die Ermittler durchsuchten die Wohnung des Mannes, um herauszufinden, wo der Sprengstoff geblieben ist. Sie fanden in den Räumen aber nichts. Die Bundesanwaltschaft verdächtigt den Mann, zusammen mit dem in Frankreich inhaftierten Clément B. eine schwere staatsgefährdende Gewalttat in Deutschland vorbereitet zu haben. Französische Ermittler hatten Clément B. am 18. April 2017 in Marseille festgenommen. Der Franzose soll zwei Anschläge geplant haben - einen in Frankreich mit einem ebenfalls festgenommenen weiteren Mann und einen in Deutschland zusammen mit Magomed-Ali C. Zwischen Amri und Clément B. gab es nach Angaben der Bundesanwaltschaft telefonischen Kontakt.

Der beschuldigte 31-Jährige soll am 26. Oktober 2016 in seiner Wohnung in Berlin eine erhebliche Menge des gefährlichen Sprengstoffs TATP gelagert haben. Damit sollte demnach ein Sprengsatz gebaut und an einem unbekannten Ort in Deutschland gezündet werden. Die Anschlagsvorbereitungen seien aber durch die Polizei gestört worden. Beide Männer trennten sich damals aus Angst vor Entdeckung.

Mitteilung der Bundesanwaltschaft

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