Koblenz Terrorverdächtige Soldaten: Ministerin will Bundeswehr durchleuchten

Zentrum für Innere Führung
Zentrum für Innere Führung © Foto: dpa
Koblenz / dpa 12.05.2017

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will nach der Enttarnung mutmaßlich rechtsextremer Soldaten die Bundeswehr auf eventuelle Führungsprobleme hin durchleuchten. Überall solle bis auf die unterste Ebene der Vorgesetzten gefragt werden, welche Probleme gute Führung verhindern. Darüber sprach die Christdemokratin am Freitag im Zentrum Innere Führung in Koblenz hinter verschlossenen Türen.

Anschließend sagte sie bei einem „Sicherheitspolitischen Forum“ des Deutschen Bundeswehrverbands in Montabaur, sie erwarte nicht nur Antworten wie Zeitmangel und Bürokratie, sondern auch viele weitere Rückmeldungen. „Die spiegeln wir immer weiter hoch“, sagte sie mit Blick auf die Hierarchieebenen der Bundeswehr bis hinauf zum Ministerium.

Von der Leyen hatte am Mittwoch ein neues Programm „Innere Führung heute“ angekündigt. Die Bundeswehr müsse nach innen schauen, auf Führung und Werte, hatte die Ministerin am Mittwoch nach einer Sondersitzung des Bundestags-Verteidigungsausschusses gesagt.

Die zwei inhaftierten Soldaten Franco A. und Maximilian T. sollen mit einem weiteren ebenfalls in Untersuchungshaft sitzenden zivilen Helfer einen Anschlag vorbereitet haben. Nach bisherigen Erkenntnissen war die rechtsextreme Gesinnung des Berufssoldaten A. den Vorgesetzten seit Jahren bekannt.

Von der Leyen büßte im ARD-Deutschlandtrend deutlich an Beliebtheit ein. Auch das Vertrauen der Bürger in die Bundeswehr schrumpfte demnach.