Istanbul Terrorbekämpfung: Schulterschluss mit Türkei

Trauer am Ort des Anschlags: Bundesinnenminister Thomas de Maizière (3.v.l.) und der türkische Ministerpräsident Ahmed Davutoglu (5.v.l.).
Trauer am Ort des Anschlags: Bundesinnenminister Thomas de Maizière (3.v.l.) und der türkische Ministerpräsident Ahmed Davutoglu (5.v.l.). © Foto: dpa
DPA 14.01.2016
Sollte der Anschlag gezielt Deutsche treffen? Die Bundesregierung hat keine Hinweise. Der Attentäter war in der Türkei als Flüchtling registriert.

Alle zehn Todesopfer des Terroranschlags von Istanbul sind Deutsche. Noch sieben weitere Bundesbürger seien in Krankenhäusern in Istanbul, fünf von ihnen auf der Intensivstation, teilte das Auswärtige Amt am Mittwoch mit. Außerdem gebe es drei Leichtverletzte. "Nach bisherigem Ermittlungsstand liegen keine Hinweise darauf vor, dass der Anschlag gezielt gegen Deutsche gerichtet war", sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) in Istanbul. Der syrische Selbstmordattentäter war einem türkischen Medienbericht zufolge wenige Tage vor dem Anschlag als Flüchtling registriert worden. In der kommenden Woche soll in Berlin bei deutsch-türkischen Regierungskonsultationen über die Lage beraten werden. De Maizière kündigte an, Deutschland und die Türkei wollten ihre Zusammenarbeit im Kampf gegen Terrorismus verstärken.

De Maizières türkischer Amtskollege Efkan Ala sagte, im Zuge der Ermittlungen nach dem Anschlag seien bisher fünf Verdächtige festgenommen worden. Die türkische Regierung hat die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) für die Tat verantwortlich gemacht, die sich bislang nicht dazu bekannt hat.

Ala sagte, die Behörden in Istanbul hätten sieben Tage vor dem Anschlag Fingerabdrücke von dem Attentäter genommen. Er habe aber auf keiner Liste von Terrorverdächtigen gestanden. Nach Angaben der Regierung handelte es sich bei dem Attentäter um einen 27-Jährigen aus Syrien, der erst kürzlich in die Türkei kam. Medien meldeten, er sei bei der Registrierung von vier Menschen begleitet worden, nach denen dann gefahndet wurde. Inzwischen befinden sich vier Beamte des Bundeskriminalamts BKA zur Unterstützung der Ermittlungen in Istanbul. Auch ein Kriseninterventionsteam des Auswärtigen Amts ist in die türkische Metropole gereist.

Die betroffene Reisegruppe eines Berliner Veranstalters mit 33 Mitgliedern war auf einer Drei-Länder-Erlebnisreise, die sie noch nach Dubai und Abu Dhabi führen sollte. 18 Mitglieder der Gruppe blieben unverletzt.

Die Reisenden kamen aus dem gesamten Bundesgebiet. Wie die jeweiligen Landesregierungen mitteilten, kamen je drei Todesopfer aus Rheinland-Pfalz und Sachsen, zwei aus Brandenburg und je eines aus Hessen und Berlin.