Damaskus Syrischer Offizier berichtet von Gräueltaten

Damaskus / DPA/AFP 09.07.2012

Monatelang hat der syrische Leutnant Ihab Bitar in der Revolutionshochburg Idlib geheime Einsatzpläne an Regimegegner weitergegeben. Vor einigen Tagen beging der Fallschirmjäger schließlich Fahnenflucht und floh in die Türkei. Er ist einer von vielen Offizieren, die sich vom Regime in Damaskus abwenden.

Am Wochenende berichtete der Leutnant über seine Erlebnisse der vergangenen Monate: "Einmal haben Soldaten zwei Deserteure geschnappt, die sich schon vor längerer Zeit von unserer Spezialeinheit abgesetzt hatten. Sie brachten sie zum Kommandeur. Der zog seine Pistole und erschoss sie auf der Stelle." In der Stadt Idlib und in der Ortschaft Sarakib seien Angehörige seiner Einheit mit Panzern über Menschen gefahren.

"Ich möchte vor dem Internationalen Strafgerichtshof Zeugnis ablegen, über das, was ich gesehen habe", sagte der Offizier. Er glaubt, dass es noch einige Monate dauern wird, bis das Assad-Regime endgültig zerfällt.

Der Herrscher selbst lehnte einen Rücktritt erneut ab. Ein Präsident sollte "vor nationalen Herausforderungen nicht davonlaufen", sagte Assad in einem ARD-Interview. Zugleich warf Assad den USA die Unterstützung der Rebellen vor. "Solange sie (die USA) in irgendeiner Weise Terroristen Unterstützung gewähren, werden sie zu deren Partner", sagte Assad.