Greenpeace Studie: Deutsche Klimaziele doch erreichbar

Berlin / André Bochow 17.08.2018
Es würde genügen, einige Kohlekraftwerke abzuschalten und andere zu drosseln, um das Klimaziel zu erreichen.

 Deutschland kann, wie versprochen, bis 2020 insgesamt 40 Prozent weniger Treibhausgase ausstoßen, ohne dass die Versorgung mit Strom in Gefahr geriete. Davon ist Anike Peters, Klimaexpertin von Greenpeace, zutiefst überzeugt. Ihre Überzeugungen basieren auf einer Studie des Fraunhofer Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik in Kassel. 

Die Bundesregierung hatte angekündigt, das Klimaziel bis 2020 nicht erreichen zu können. Deutschland würde, gemessen an 1990 den CO2-Ausstoß nur um 32 Prozent reduzieren.  Damit würde nach Ansicht von Peters, „jeder internationalen Ehrgeiz, den Planeten zu kühlen“, torpediert.

Drei Kraftwerke müssten sofort geschlossen werden

Nach der Fraunhofer-Studie, die im Auftrag von Greenpeace erstellt wurde, würde es ausreichen, die Kapazitäten der Braunkohlekraftwerke um weniger als ein Sechstel zu senken. Nach den Vorstellungen der Wissenschaftler soll es einen Mix aus Kraftwerksschließungen und dem Drosseln von Blöcken geben.  Es käme zur sofortigen Schließung der Kraftwerke  Niederaußem, Weisweiler und Neurath in Nordrhein-Westfalen. In der Lausitz würden die  Blöcke in Jänschwalde und Boxberg weitgehend abgeschaltet. Norman Gerhardt vom Fraunhofer Institut versichert, Stilllegungen und Drosselungen seien „unkritisch für die Versorgungssicherheit“.

Auch der Strompreis würde nicht steigen. Es sollten zunächst die ältesten Kraftwerke vom Netz gehen und solche, die nicht in die Fernwärmeversorgung eingebunden sind. Außerdem sollen die Folgen für den Strukturwandel beachtet werden. Weswegen die Lausitz „mehr im Bereich der Drosselung als im Bereich der Stilllegungen“ gesehen würde, „um dieser strukturschwachen Region mehr Zeit zu geben.

„Höchste Zeit zu handeln“

Anike Peters verweist darauf, dass bei der vorgeschlagenen Kapazitätsreduzierung die Kohleförderung unter Dörfern der Lausitz überflüssig würde. Und wegen des Klimawandels sei es höchste Zeit zu handeln.

Laut Peters haben Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung  berechnet, „dass eine Verzögerung des Scheitelpunktes der weltweiten CO2-Emissionen um fünf Jahre einen Anstieg des Meeresspiegel um 20 Zentimeter bedeuten könnte.“   Um 20 Zentimeter sei der Meeresspiegel vom Beginn der Industrialisierung bis heute gestiegen.

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