Nord Stream 2 Streit um Nord Stream 2

Berlin / Igor Steinle 18.07.2018

Die Bauarbeiten an Nord Stream 2 laufen. Von  2019 an soll die Pipeline Erdgas von der russischen Ostseeküste nach Greifswald transportieren. Der Konflikt um das Projekt, das Europas Energieversorgung der kommenden Jahrzehnte sicherstellen soll, schwelt währenddessen munter weiter. Vor allem die Ukraine sieht sich als Verlierer des deutsch-russischen Energiedeals. Der Nachbar Russlands fürchtet Milliardenverluste, wenn das Gas nicht mehr wie gehabt über ukrainisches Territorium geleitet wird, sondern vermehrt durch die Ostsee.

Am Dienstag kamen deswegen Energieminister Peter Altmaier (CDU), sein russischer Kollege Alexander Nowak, der ukrainische Außenminister Pawlo Klimkin sowie der für Energie zuständige Vizepräsident der EU-Kommission, Maros Sefcovic, zu ersten Gesprächen zusammen. 2019 läuft der Transitvertrag zwischen der Ukraine und Russland aus, bis dahin will man ein neues Abkommen ausgehandelt haben.

 Russlands Präsident Wladimir Putin deutete bereits Entgegenkommen an. Er sei „bereit, den Transit beizubehalten“, wenn vor einem Stockholmer Schiedsgericht ein Handelsstreit zwischen Russland und der Ukraine beigelegt werde, sagte er beim Treffen mit US-Präsident Donald Trump in Helsinki.

Für Trump ist die Pipeline inzwischen liebstes Angriffsziel im Handels- und Rüstungsstreit mit Deutschland geworden. Auf dem Nato-Gipfel in Brüssel machte er Kanzlerin Merkel heftige Vorwürfe: Deutschland verlasse sich auf den teuren militärischen Schutz der USA, kaufe sein Erdgas aber für Milliarden in Russland. „Furchtbar“ sei das. Trump leiten eigene Interessen: Er würde den Europäern lieber US-Flüssiggas verkaufen.

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