Im Streit über Grenzwerte für die Luftverschmutzung durch Diesel-Abgase legt die Nationale Wissenschaftsakademie Leopoldina am Dienstag in Berlin eine Stellungnahme vor. Experten haben unter anderem die methodische Qualität von Studien geprüft, auf die sich Grenzwerte beziehen.

Der seit 2010 verbindliche EU-Grenzwert für Stickstoffdioxid (NO2) von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft war in die Kritik geraten - er ist Grundlage für gerichtlich verhängte Diesel-Fahrverbote in Großstädten. Eine Gruppe von Lungenärzten hatte die Debatte angestoßen, indem sie den gesundheitlichen Nutzen der Grenzwerte anzweifelte. Dagegen gab es aber breiten Widerspruch deutscher und internationaler Experten

Ende Januar hatte die Bundesregierung angekündigt, die Leopoldina als Nationale Akademie der Wissenschaften um eine Klärung zu bitten. Einer Arbeitsgruppe gehörten 20 Professoren aus zwölf Fachgebieten an. Geplant war auch ein Vergleich mit Grenzwerten und Gesundheitsschutz-Regelungen in ausgewählten anderen Ländern.

Die Leopoldina mit Sitz in Halle in Sachsen-Anhalt erarbeitet im Rahmen einer „wissenschaftsbasierten Politikberatung“ Stellungnahmen, die auch Handlungsoptionen für die Politik enthalten.