Stichwort · RUSSLAND: Kritik führt ins Lager

DPA 31.12.2014

Wer sich in Russland mit den Mächtigen anlegt, bekommt es oft mit der Justiz zu tun. Einige Beispiele:

Juli 2014: Der prominente Regierungsgegner Sergej Udalzow wird zu viereinhalb Jahren Lagerhaft verurteilt. Das Gericht in Moskau sah es als erwiesen an, dass Udalzow im Mai 2012 bei Protesten gegen Russlands Präsidenten Wladimir Putin zu gewaltsamen Ausschreitungen angestiftet hatte. Der Mitangeklagte Leonid Raswosschajew erhält viereinhalb Jahre Lagerhaft.

Juli 2013: Ein Richter in Moskau spricht den bereits seit vier Jahren toten regierungskritischen Anwalt Sergej Magnitski posthum wegen Steuerflucht schuldig. Magnitski hatte Beamten des Innenministeriums Millionenbetrug vorgeworfen, war dann unter Vorwürfen des Steuerbetrugs festgenommen worden und starb Ende 2009 im Untersuchungsgefängnis.

August 2012: Ein Moskauer Gericht verhängt gegen drei Frauen der Punkband Pussy Riot wegen Rowdytums aus religiösem Hass je zwei Jahre Haft. Sie hatten in einer Kirche gegen Kremlchef Putin protestiert. Eine Frau wird auf Bewährung freigelassen, die beiden anderen kommen in ein Straflager. Sie kommen Ende 2013 im Zuge einer Massenamnestie in Freiheit.

Dezember 2010: Der seit 2003 inhaftierte Kremlkritiker Michail Chodorkowski wird in einem zweiten Prozess verurteilt. Der Richter befindet ihn und seinen Ex-Geschäftspartner Platon Lebedew für schuldig, Öl gestohlen zu haben. Im Dezember 2013 kommt Chodorkowski durch einen Gnadenakt frei. Lebedew wird im Januar 2014 entlassen.