Standort-Informationen sind unverzichtbar für den Mobilfunk. "Das globale Telefon-Netz muss immer wissen, wo sich ein Handy befindet. Ansonsten können die Handys nicht mit Anrufen oder SMS angesprochen werden", sagte Alexia Sailer von der Telekom. Sind die Telefone eingeschaltet, buchen sie sich in eine Mobilfunk-Zelle ein, die einen bestimmten geografischen Bereich abdeckt. Dieser Bereich kann unterschiedlich groß sein: In der Stadt sind die Zellen in der Regel kleiner, auf dem Land größer.

Gespeichert werde der exakte Standort immer dann, wenn ein Kommunikationsvorgang stattfindet, betont die Telekom. Diese Daten würden zu Abrechnungszwecken, zur Erkennung von Störungen oder Aufdeckung von Missbrauch erhoben und aktuell sieben Tage lang gespeichert. Behörden haben auf richterliche Anordnung Zugriff darauf im Rahmen der gesetzlichen Ermittlungsverfahren.

Laut jüngsten Enthüllungen der "Washington Post" greift die NSA weltweit Informationen zum Standort von Handys in Mobilfunk-Netzen ab. Wie der US-Geheimdienst an die Daten herankommt bleibt unklar. Eine der Quellen sei aber der Austausch von Daten zwischen Netzbetreibern, schrieb die Zeitung unter Berufung auf Unterlagen des Informanten Edward Snowden sowie US-Geheimdienstler.

Wenn sich ein Mobilfunk-Kunde aus Deutschland in einem anderen Land aufhält, verfügt der dortige Provider über die Standort-Informationen, erläuterte Sailer. Die Informationen zur Abrechnung der Roaming-Gebühren werden daraus automatisch generiert. Die heimischen Provider erfahre nur, in welchem Land sich ihr Kunde aufhielt, aber nicht seine Standorte.