STICHWORT · EU-VERWALTUNG: Großer Brocken Übersetzungen

DPA 08.02.2013

Bei den Diskussionen über den EU-Finanzrahmen für 2014 bis 2020 will Großbritanniens Premier David Cameron am liebsten bei den Verwaltungskosten kürzen. Gehälter und Pensionen für EU-Angestellte oder europäische Schulen machen sechs Prozent des EU-Haushaltsrahmens aus. Den weitaus größten Batzen im Haushalt stellt die gemeinsame Landwirtschaftspolitik mit rund 40 Prozent dar.

Rund die Hälfte der Verwaltungskosten entfällt auf Gehälter. Ein wesentlicher Anteil - 15 Prozent - aller Verwaltungsausgaben entfällt auf Übersetzungen und Dolmetscherei zwischen den 23 Amts- und Arbeitssprachen. Nachfrage nach mehr oder besseren Übersetzungen gibt es dennoch: Aus dem Bundestag zum Beispiel wird immer wieder Kritik laut, dass Dokumente etwa zur Bewältigung der Finanzkrise nicht auf Deutsch vorliegen.

Bei der Zahl der Mitarbeiter liegen die EU-Institutionen deutlich unter den Beamtenapparaten großer EU-Länder. So arbeiten im Agrarressort der EU-Kommission nach Angaben der Behörde 1040 Menschen. Das französische Landwirtschaftsministerium hat demnach 31 000 Mitarbeiter. In den Wirtschaftsabteilungen der Kommission sind 1542 Menschen beschäftigt. Zum Vergleich: Im Berliner Bundesfinanzministerium arbeiten nach Kommissionsangaben 1850 Beschäftigte.

Die Höhe der Gehälter im eigenen Haus und bei anderen EU-Institutionen verteidigt die Kommission. So hätten die EU-Mitarbeiter seit 2004 mehr als zehn Prozent ihrer Kaufkraft eingebüßt - bei Beschäftigten der Regierungen in den 27 europäischen Hauptstädten sei die Kaufkraft dagegen nur um 4,6 Prozentpunkte gesunken.

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