STICHWORT · ARBEITSBESUCH: Eine Frage des Protokolls

DPA 20.06.2013

Barack Obama ist zu einem Arbeitsbesuch in Berlin, nicht zu einem Staatsbesuch. Das ist nicht nur in der Wortwahl ein großer Unterschied, sondern auch beim Protokoll.

Staatsbesuche sind Treffen von Staatsoberhäuptern. Dazu zählen zum Beispiel Besuche des Bundespräsidenten bei gekrönten Häuptern oder republikanischen Staatschefs oder deren Gegenbesuche, nicht aber zum Beispiel die Auslandsreisen der Bundeskanzlerin - denn sie ist zwar die Regierungschefin, das deutsche Staatsoberhaupt jedoch ist Bundespräsident Joachim Gauck.

Bei Arbeitsbesuchen dagegen kommen Regierungschefs oder Staatsoberhäupter - im Fall Deutschlands - auf Einladung der Bundeskanzlerin und nicht des Bundespräsidenten nach Deutschland, meist nach Berlin.

Die Gäste eines Staatsbesuches werden mit höchsten protokollarischen Ehren empfangen. Dazu gehören das Abschreiten einer Ehrenformation des Militärs, ein festliches Staatsbankett und der Begleitschutz durch eine Ehreneskorte.

Staatsbesuche finden auch ohne konkreten Anlass statt und dienen vor allem der Kontaktpflege zwischen den Ländern. Bei Arbeitsbesuchen stehen, wie der Name schon sagt, gewöhnlich konkrete Themen auf der Tagesordnung.

Unterschiede gibt es zum Beispiel auch in der Beflaggung von Fahrtstrecken und Gebäuden. Bei Staatsbesuchen werden deutlich mehr Straßen und Gebäude beflaggt, bei Arbeitsbesuchen nur die besuchten Gebäude. Keinen Unterschied allerdings gibt es bei den Sicherheitsvorkerungen: Der US-Präsident erhält immer Sicherheitsstufe 1.