Kommentar Steinmeier ruft zu mehr Mut auf

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Ulrich Becker 13.02.2017

Gestern war ein guter Tag für dieses Land. Auch wenn Kritiker bemängeln, der neue Bundespräsident sei längst vor seiner Wahl im Hinterzimmer ausgekungelt worden. Auch wenn Frank-Walter Steinmeier als Präsident nicht nur Deutschland repräsentieren wird, sondern ebenso die SPD – und damit den Schulz-Aufschwung im Wahljahr weiter verstärken könnte.

Aber das rückte beim Wahlakt der Bundesversammlung in den Hintergrund. Sowohl die Worte von Bundestagspräsident Norbert Lammert als auch die Rede des Gauck-Nachfolgers waren Höhepunkte unserer demokratischen Kultur. Beide verwiesen auf unveräußerliche Grundwerte, auf Toleranz und offene Gesellschaften.

Vielleicht hat Frank-Walter Steinmeier damit bereits das Thema seiner Präsidentschaft gefunden. „Lasst uns mutig sein“, rief der Ex-Außenminister den 1260 Wahlmännern und -frauen zu. Es wird in den kommenden Jahren viel Mut brauchen, demokratische Grundwerte gegen Widerstand von innen und außen zu verteidigen. Sollte es einem Präsidenten Steinmeier gelingen, diesen Mut zu stärken und zu mehren, hätte er dem Amt, dem Land und den Menschen in Deutschland einen großen Dienst erwiesen.