Kommentar Streit in der Union: Spiel verloren

Seehofers möglicher Rücktritt als Minister und Vorsitzender wäre nun die logische Konsequenz dieses Versagens, meint unser Berliner Redakteur Guido Bohsem.
Seehofers möglicher Rücktritt als Minister und Vorsitzender wäre nun die logische Konsequenz dieses Versagens, meint unser Berliner Redakteur Guido Bohsem. © Foto: Thomas Koehler/photothek.net
Berlin / Guido Bohsem 02.07.2018
Die CSU arbeitet mit voller Wucht an Bruch der Koalition. Parteichef Seehofer fehlte die Kraft, das zu verhindern.

Um das Handeln der CSU zu verstehen, muss man wissen, dass sie absolute Mehrheiten in Bayern für überlebenswichtig hält. Ohne den Nimbus der übermächtigen Volkspartei, ohne die maximale Deckungsgleichheit von CSU und Bayern könnte die Partei ihre traditionelle Rolle nicht mehr spielen.  Je stärker diese Position gefährdet ist, desto panischer und giftiger agiert und reagiert die CSU.

Parteichef Seehofer hat diese Giftigkeit ungefiltert nach Berlin getragen. Als ihm klar wurde, was auf dem Spiel stand, fehlte ihm die Kraft, die Katastrophe zu verhindern. Mit voller Wucht arbeitet seine Partei daran, die Fraktionsgemeinschaft mit der CDU zu zerbrechen und die große Koalition in Berlin zu zerstören. Sein Rücktritt als Minister und Vorsitzender ist nun die logische Konsequenz dieses Versagens.

Schon immer hat die CSU das Wohl der CSU über das Wohl der Bundesrepublik gestellt, aber noch nie war es so offensichtlich. Dass es nach den elendig langen Monaten nach der Wahl endlich eine Regierung braucht, die regiert, interessiert die CSU schon lange nicht mehr.

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