Kurz vor der Mitgliederbefragung über die künftige SPD-Spitze ist das Feld der Bewerber kleiner geworden. Das Duo Hilde Mattheis und Dierk Hirschel erklärte am Samstag auf der abschließenden Regionalkonferenz in München den Verzicht auf eine Kandidatur. Damit stehen in der am Montag beginnenden Abstimmung der SPD-Mitglieder noch sechs Zweierteams zur Wahl.

SPD-Regionalkonferenzen Der Kampf um den Parteivorsitz

Berlin

„Wir machen den Weg frei“

Die Bundestagsabgeordnete Mattheis sagte, es sei in den vergangenen Wochen leider nicht gelungen, sich unter den vier dem linken Lager zuzurechnenden Bewerberteams auf ein gemeinsam unterstütztes Spitzenduo zu verständigen. Deshalb hätten sie und Hirschel nun entschieden, „wir machen den Weg frei, um die Erfolgsaussichten einer linken Spitzenkandidatur zu erhöhen.“

Zur Eröffnung der letzten Regionalkonferenz sagte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil, die Vorstellungsrunden für die künftige Parteispitze seien ein Erfolg. „Wir haben gezeigt, dass diese Partei lebt.“ Das Interesse an den in den vergangenen Wochen deutschlandweit abgehaltenen 23 Veranstaltungen sei sehr groß gewesen.

Tausend Menschen bei der Kandidaten-Vorstellung

In den Münchener Löwenbräukeller kamen nach Parteiangaben etwa tausend Menschen, um die Vorstellung der zur Wahl stehenden Kandidatenduos zu verfolgen. Wer sich durchsetzen wird, ist vor der am Montag beginnenden Abstimmung unter den SPD-Mitgliedern völlig offen. Auch der prominenteste Bewerber, der mit der brandenburgischen Landespolitikerin Klara Geywitz kandidierende Bundesfinanzminister Olaf Scholz, konnte bisher keinen klaren Favoritenstatus erringen.

Die Entscheidung über die künftige SPD-Spitze gilt als wegweisend für die Fortsetzung der großen Koalition. Je nach Ausgang der Abstimmung könnte die künftige SPD-Führung für einen GroKo-Ausstieg werben. Das Kandidatenduo Karl Lauterbach und Nina Scheer bekam viel Applaus für die Ankündigung, im Fall eines Wahlerfolgs per Mitgliederentscheid über ein Ende der großen Koalition entscheiden zu lassen. Beide warben für den Ausstieg aus dem Bündnis.

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