Gesundheit Spahn will Fettabsaugen als Kassenleistung

Berlin / Von Hajo Zenker 12.01.2019

Die Idee von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), in bestimmten Fällen künftig das Absaugen von Körperfett zu bezahlen, ist bei den Koalitionspartnern SPD und CSU auf Kritik gestoßen. SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sagte, Spahn versuche, „Behandlungsmethoden ohne medizinischen Nutzen“ per Rechtsverordnung von den Krankenkassen finanzieren zu lassen. Der tatsächliche Nutzen müsse über die Bezahlung einer Behandlungsmethode entscheiden – und nicht die Politik. „Es muss mehr wissenschaftliche Prüfung der Wirksamkeit von Verfahren geben, nicht weniger“, sagte der SPD-Fraktionsvize in Berlin. Auch für die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Sabine Dittmar, wäre es „der völlig falsche Weg, künftig per Ministererlass Methoden in die Regelversorgung bringen zu wollen, für die es keine hinreichende medizinische Evidenz gibt“.

Konkret geht es um das Krankheitsbild des Lipödems, einer krankhaften Fettansammlung an Po und Oberschenkeln, unter der bis zu drei Millionen Frauen in Deutschland leiden.

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums betonte, wegen der Vielzahl der Betroffenen, die unter krankhaften Fettverteilungsstörungen litten, wolle man „schnell und unbürokratisch helfen“, dies sei „eine absolute Ausnahme“. Die Selbstverwaltung brauche in dem Fall viel zu lange. Eigentlich ist es Aufgabe des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), über die Wirksamkeit von Behandlungsmethoden und die Bezahlung durch die Kassen zu entscheiden. In dem Gremium sitzen Vertreter der Kassen, der Ärzte und der Krankenhäuser.

Zustimmung für Spahn gab es von der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Mit der neuen Gesetzgebung wolle das Ministerium „die Möglichkeit schaffen, eigene Entscheidungen zu innovativen, gesellschaftlich relevanten Leistungen zu treffen, auch wenn die Selbstverwaltung nicht tätig wurde, oder aber zu einem negativen Entscheid gekommen sein sollte“.

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