Transplantation Spahn will Debatte über Organspende

Berlin / Hajo Zenker 25.08.2018

Angesichts der viel zu geringen Zahl von Organspenden in Deutschland zeichnet sich in der Union ein Umdenken ab. Der Vize-Vorsitzende der Unionsfraktion, Georg Nüßlein (CSU), plädiert für die Einführung einer Widerspruchslösung – jeder solle automatisch als Organspender gelten, solange er nicht ausdrücklich widerspricht. Eine Regelung, die in Nachbarländern wie Frankreich, Polen oder Österreich normal ist. In Deutschland dagegen gilt die Entscheidungslösung – man muss selbst eine Entscheidung fällen, den Organspendeausweis ausfüllen und bei sich tragen.

Nüßlein sagte dieser Zeitung, für ihn sei das eine Gewissensfrage, über die die Bundestagsabgeordneten auf Grundlage eines fraktionsübergreifenden Antrags entscheiden sollten. Das ist auch die Haltung des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach. Er begrüßte deshalb den Vorstoß von Nüßlein.

Auch bei Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) deutet sich eine veränderte Position an. Hatte er noch vor einem Vierteljahr gesagt, man müsse die Spenden „durch Überzeugungsarbeit statt durch Zwang“ erhöhen, hieß es am Freitag, ihm sei es wichtig, „mehr Verbindlichkeit zur persönlichen Auseinandersetzung und Entscheidung über die eigene Spendenbereitschaft zu schaffen“. Dafür gebe es verschiedene Lösungsansätze, über die „eine offene, gesellschaftliche und politische Debatte geführt werden“ solle.

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