Kommentar Patrick Guyton zu Markus Söder und die CSU Söder strebt aus Machtkalkül CSU-Vorsitz an

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München / Patrick Guyton 07.11.2018

Und neuer CSU-Chef wird – Überraschung – Markus Söder! Tatsächlich läuft nun nach der schnellen bayerischen Koalitionsbildung und der reibungslosen Wahl zum Ministerpräsidenten alles darauf hinaus, dass der Franke noch in diesem Jahr zum neuen Vorsitzenden der Christsozialen gewählt wird. Damit wäre das epische Zicken und Zaudern Horst Seehofers beendet, Söder wäre dessen Nachfolger im Doppelpack.

Söder befindet sich gerade in der außergewöhnlichen Situation, dieses Top-Amt zumindest aus seiner Sicht annehmen zu müssen, obwohl er darauf gar nicht scharf ist. Denn in Bayern hat er genug zu tun und zu repräsentieren Da will er sich nicht auch noch federführend in Berlin mit der ungeliebten großen Koalition befassen müssen. Ist doch „Berlin“ sowieso ein Schimpfwort in Söders Vokabular.

Warum aber macht es dann nicht der sanft auftretende CSU-Politiker Manfred Weber aus dem EU-Parlament? Warum hat man Ilse Aigner partout nicht ins Gespräch gebracht? Mit einem dieser eher liberalen CSU-Politiker sowie Söder im MP-Amt könnte sich die Partei breiter aufstellen  und Pluralität ausstrahlen.

Dieser Gedanke lässt allerdings außer Acht, dass die Christsozialen machttaktisch denken, wenn es um die Macht geht. Ministerpräsident zu sein, während der alte, gejagte Horst Seehofer sich an den Vorsitz klammert – damit hat Söder keine Probleme. Doch in der Staatskanzlei zu herrschen, wenn im Franz-Josef-Strauß-Haus ein ebenbürtiger und gleichaltriger potenzieller Rivale die Fäden zieht – da beschleicht ihn ein ganz mulmiges Gefühl. Und damit den Job kein anderer kriegt, macht er ihn eben selber. So einfach ist das.

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