Breitscheidplatz Das Denkmal für die Terroropfer in Berlin

Das Denkmal am Breitscheidplatz wird mit der Zeit immer sichtbarer.
Das Denkmal am Breitscheidplatz wird mit der Zeit immer sichtbarer. © Foto: foto: dpa
Berlin / mpu 19.12.2017
Auf dem Berliner Breitscheidplatz erinnert von nun an ein vergoldeter Riss im Boden an die Opfer des Terroranschlags vom 19. Dezember 2016.

Das Denkmal für die Opfer vom Breitscheidplatz kommt zurückhaltend daher. Ein goldener Riss erinnert an die zwölf Toten, ihre Namen sind auf den Treppenstufen zur Gedächtniskirche eingraviert. Auf der obersten Stufe steht: „Zur Erinnerung an die Opfer des Terror­anschlags am 19. Dezember 2016. Für ein friedliches Miteinander aller Menschen. In dieser Nacht starben ...“ Keine Tafel weist zusätzlich auf den Anschlag hin, keine Skulptur.

„Uns war wichtig, dass dieser Ort ein würdiges Gedenken ermöglicht, bei dem die Opfer im Mittelpunkt stehen“, erklärt Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller. Er will, dass vom Gedenkort ein „Appell an das Miteinander der Menschen ausgeht“. Der goldene Riss, der sich 16,65 Meter lang durch die Treppenstufen und über den Breitscheidplatz zieht, soll also weiter wirken.

Das Architekturbüro Merz/Merz, das für den Entwurf verantwortlich ist, erklärt den Riss deshalb nicht nur mit dem Trauma für die Angehörigen der Opfer. „Auch im kollektiven Gedächtnis der Gesellschaft hat sich dieser Tag eingebrannt.“ Kreativdirektor Pablo von Frankenberg sagt: „Letztendlich sind wir nun Teil dieser Aufarbeitung.“

Dass diese noch nicht abgeschlossen ist, macht das Denkmal kenntlich. Während die Stufen Wind, Wetter und Passanten ungeschützt ausgesetzt sind, wurden die Buchstaben mit einem Imprägniermittel bearbeitet. Die Namen der Opfer dunkeln also nicht nach. Sie werden mit der Zeit immer besser sichtbar.

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