IT-Branche Sicherheitslücke bedroht Milliarden PCs und Handys

Igor Steinle 05.01.2018

In Computerchips der Hersteller Intel, AMD und ART ist eine weitreichende Sicherheitslücke entdeckt worden. Laut Sicherheitsexperten von Google, die die Schwachstelle aufspürten, könnten Hacker damit Daten, Passwörter und Speicherinhalte auf nahezu allen Computergeräten ausspähen. Betroffen sind weltweit Milliarden von Geräten wie Rechner, Laptops, Smartphones oder auch Cloud-Dienste. Damit ist es eine der größten Sicherheitslücken, die bisher bekannt wurden.

Ob die Schwachstelle, die seit etwa zwanzig Jahren existiert, bereits ausgenutzt wurde, ist unklar. Intel hält dies für unwahrscheinlich. Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat keine Anhaltspunkte dafür. Präsident Arne Schönbohm betont jedoch: „Das BSI hat bereits mehrfach auf die Problematik von IT-Sicherheitsproblemen in Hardware-Produkten hingewiesen.“ Der vorliegende Fall sei ein erneuter Beleg dafür, dass Aspekte der IT-Sicherheit bereits bei der Produktentwicklung zu berücksichtigen seien. „Für den Erfolg der Digitalisierung ist das unerlässlich.“

Der digitalpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion Thomas Jarzombek sagt: „Die Lücken zeigen erneut, dass die Komplexität der Systeme so groß ist, dass es keine hundertprozentige Sicherheit gibt.“ Käufer von IT-Produkten müssten schon beim Erwerb Klarheit darüber haben, was Hersteller zu tun gedenken, um die IT-Sicherheit ihrer Produkte auch nach dem Kauf sicherzustellen.

Die Hersteller der Chips und Betriebssysteme arbeiten währenddessen an Updates für die Sicherheitslücke. Da diese seit einiger Zeit bekannt ist, stehen Updates zum Teil bereits zur Verfügung. Eigentlich war die Veröffentlichung für den 9. Januar geplant, ein Technologieportal ist den Unternehmen allerdings zuvorgekommen.

Lesen Sie hier den Kommentar zum Thema: Verhalten der IT-Konzerne ist dreist