Serap Güler: Blitzkarriere in der CDU

Sitzt für die CDU im NRW-Landtag: Serap Güler. Pressefoto S. Güler
Sitzt für die CDU im NRW-Landtag: Serap Güler. Pressefoto S. Güler
JOHANNES NITSCHMANN 15.03.2013
Muslimin in der CDU? Für Serap Güler ist das kein Widerspruch. Als ihr politischer Ziehvater gilt der ehemalige NRW-Integrationsminister Armin Laschet.

Serap Güler (CDU) stößt bei manchen ihrer Parteifreunde auf Misstrauen. In ihrem Kölner Wahlkreis wollte ein älterer Christdemokrat von der Landtagsabgeordneten wissen, wann sie denn endlich vom Islam zum Christentum konvertieren werde. "Ich habe die Frage gar nicht als Beleidigung oder Ausgrenzung aufgefasst", versichert die 32-Jährige. "Ich rede mit den Menschen ganz offen darüber, dass ich als gläubige Muslimin meinen Platz in der CDU gefunden habe und dass es durchaus gemeinsame religiöse Werte gibt."

Serap Güler hat eine Blitzkarriere in der CDU gemacht. Erst vor knapp drei Jahren ist sie der Partei beigetreten. Inzwischen gehört sie dem Bundesvorstand an. Güler, die vor zwei Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen hat, wurde 1980 in Marl als Kind türkischer Eltern geboren. Ihr Vater arbeitete im Bergwerk, ihre Mutter als Putzfrau. Mit 19 machte sie Abitur, absolvierte eine Ausbildung im Hotelwesen und schloss ein Studium der Germanistik und Kommunikationswissenschaften ab.

Als ihr politischer Ziehvater gilt der CDU-Landeschef und frühere NRW-Integrationsminister Armin Laschet. Er habe der Integrationspolitik bundesweit einen hohen Stellwert verschafft, sagt Güler. "Deshalb gab es für mich mit meiner Zuwanderungsgeschichte in Nordrhein-Westfalen keine Alternative zur CDU." Eines ihrer Vorbilder ist der Bundesvorsitzende der Grünen, Cem Özdemir. Er habe mit seiner Politik viele Migranten erreicht und als erster Türkischstämmiger den Einzug in den Bundestag geschafft. "Eine grandiose Leistung", lobt Güler, "aber die Grünen haben mich inhaltlich nicht wirklich angesprochen." Obwohl sie in der SPD viele Freunde hat, hat sich Güler bei den Sozialdemokraten nie wirklich wohl gefühlt. "Die brauchen in ihren Ortsverbandssitzungen nur mal Oh mein Gott zu sagen, schon kommen Reaktionen wie Gott hat hier nichts verloren". Serap Güler trotzig: "Ich lasse Gott nicht aus dem Spiel."

Mit manchen Positionen sieht sich Güler innerhalb der Unionsparteien in der Minderheit. Die damalige Unterschriftenaktion des hessischen CDU-Landeschefs Roland Koch gegen die doppelte Staatsbürgerschaft empfindet sie heute noch als "schwere Hypothek". Beim umstrittenen Betreuungsgeld unterstützt Güler allerdings den konservativen Flügel ihrer Partei.

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