Kommentar Guido Bohsem zum Krach zwischen Merkel und Seehofer Seehofers riskantes Spiel

Guido Bohsem, Autorenfoto
Guido Bohsem, Autorenfoto © Foto: Thomas Koehler/photothek.net
Berlin / Guido Bohsem 14.06.2018
CSU-Chef Horst Seehofer gibt Rätsel auf. Will er wirklich die Kanzlerin stürzen? Das wäre für die Bayern hochriskant.

Horst Seehofer hat bestimmt einen Plan. Die Frage ist nur, wohin der ihn führen wird. Klar, dass der CSU-Chef mit der Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel über Kreuz liegt. Warum aber macht er ausgerechnet jetzt die Frage, ob man Flüchtlinge an der Grenze zurückweisen sollte, zum Knackpunkt der Union?

Alleine um die Sache kann es Seehofer nicht gehen. Im Koalitionsvertrag steht, dass genau diese Frage im europäischen Rahmen entschieden werden soll, also so wie Merkel es vorschlägt. Das heißt aber: Selbst wenn sich Seehofer innerhalb der Union durchsetzen sollte, drohte ihm das Veto der SPD.

Womöglich hat sich die CSU bereits innerlich von GroKo und Kanzlerin verabschiedet und fährt das Bündnis bewusst an die Wand. Womöglich verspricht sie sich davon einen Vorteil in der bayerischen Landtagswahl. Sollte es so sein, wäre es ein riskantes Spiel. Da mag es unter den AfD-Wählern zwar viele geben, die „Merkel muss weg“ schreien, die meisten Deutschen aber sind immer noch zufrieden mit ihr und könnten es der CSU übel nehmen, würde sie die Kanzlerin stürzen.

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