Meinung Kommentar zu Seehofer: Die letzte Schlacht

Berlin / Stefan Kegel 02.07.2018
CSU-Chef Horst Seehofer verewigt sich in der deutschen Politik-Geschichte. Doch seine letzte Schlacht hat keine Richtung. Ein Kommentar.

Wird man in 42 Jahren genauso auf die gegenwärtige Unions-Krise schauen wie heute auf den Trennungsbeschluss von Kreuth im Jahr 1976? Oder wird der Streit zwischen CDU und CSU als Wahlkampf-Theater in die Geschichte eingehen, das aus dem Ruder gelaufen ist? In jedem Fall verewigt sich Bundesinnenminister Horst Seehofer mit seinem Aufstand gegen Angela Merkel in den Büchern der bundesdeutschen Polit-Geschichte.

Seine Rücktrittsdrohung, die er dann wieder zurücknahm, lässt beim CSU-Chef allerdings gerade die Entschlossenheit vermissen, die er mit dem Grenzstreit eigentlich ausstrahlen wollte. Es mag als Beweis dafür herhalten, wie zerrissen seine Partei ist – und wie groß die Sorge, als Verlierer aus der Auseinandersetzung hinauszugehen: Im Falle des Ausscheidens aus der Regierung wäre sie des Einflusses auf Bundesebene beraubt und bekäme dort auf absehbare Zeit auch keinen Fuß mehr in die Tür. Diese Sorge treibt auch seine möglichen Nachfolger um.

Am Mittwoch feiert Seehofer seinen 69. Geburtstag. Er ficht möglicherweise die letzte große Schlacht seines Politikerlebens aus. Verlieren à la Kreuth ist da nicht eingepreist. Das macht einen Kompromiss so schwer.

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