Kommentar Mathias Puddig Zu Seehofers Taktik Seehofer bleibt auf die CDU angewiesen

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Mathias Puddig 09.07.2018

Horst Seehofer ist ein Mann mit Chuzpe. Eben noch ist der CSU-Chef bereit, die deutsche Parteienlandschaft zu zertrümmern, nur damit seine Partei bei der Wahl in Bayern eine absolute Mehrheit erreicht. Jetzt will er von der Dramatik nichts bemerkt haben und erklärt den Streit mal eben für beendet. Es sei ja sowieso nur um inhaltliche Fragen gegangen, niemals um persönliche, sagt der Mann, der „mit dieser Frau“ doch gar nicht mehr arbeiten konnte.

Der Innenminister inszeniert das bisschen Frieden, weil er es braucht. Denn so sehr Seehofer gerade noch die CDU provoziert hat – jetzt ist er auf sie angewiesen. In dieser Woche will er nun seinen Masterplan der Öffentlichkeit vorstellen. Sollte sich an dem Papier nicht Wesentliches geändert haben, geht es an verschiedenen Stellen über den Koalitionsvertrag hinaus.

Damit der Masterplan auch nur den Hauch einer Chance gegen die SPD hat, ist Seehofer auf die CDU angewiesen. Dass die ihn nach dem heftigen Streit offensiv unterstützt, ist aber fraglich. Seine Macht reichte, diesen Streit vom Zaun zu brechen. Aber sie reicht wohl nicht mehr, ihn auch zu beenden.

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