Glosse Schwarzeneggers „nasse Nudel“

Handeln seine Alpträume von Kohlehydraten? Arnold Schwarzenegger bei einer Preisverleihung in Los Angeles.
Handeln seine Alpträume von Kohlehydraten? Arnold Schwarzenegger bei einer Preisverleihung in Los Angeles. © Foto: dpa/Jens Kalaene
Berlin / Thomas Block 17.07.2018
Es gibt viele Arten, Menschen zu beschimpfen. Manche davon sagen mehr über den Urheber aus, als diesem lieb sein kann.

Es gibt viele schöne, in der Regel vulgäre Wege, einen Menschen zu beschimpfen. Als familienfreundliches Medium können wir sie leider nicht alle auflisten. Oft wird dabei auf Körperregionen Bezug genommen, die Charlotte Roche mal als „untenrum vorne“ und „untenrum hinten“ umschrieben hat, also alles das, was im Schwimmbad von der Badehose verdeckt wird. Offen sichtbare Körperteile werden weit seltener als Schimpfwort gebraucht, obwohl ja weithin bekannt ist, dass der Ellbogen die hässlichste Körperstelle ist.

Dahinter steckt natürlich viel Tabu. Die überwältigende Mehrheit der Deutschen hat zwar selbst Genitalien, findet sie, und alles was man damit machen kann, aber anrüchig. Schimpfworte sagen auch viel über den Zustand unserer Gesellschaft aus. Und über den Schimpfer.

Arnies Beleidigung lässt nur drei Schlüsse zu

Ein Beispiel: Arnold Schwarzenegger hat Donald Trump eine „nasse Nudel“ genannt – und damit seine drei großen Tabus offenbart: 1. Er fürchtet die Impotenz, überkochte Rohrnudeln lassen sich gar nicht anders deuten. 2. Der Mann aus Stahl verabscheut wabbelige, nasse Dinge, also untrainierte Körper. 3. Arnie hat Angst vor Kohlenhydraten. In seinen Alpträumen schaut er in einen Spiegel und sieht dort einen dicken Mann mit Erektionsproblemen und einer Scheibe Weißbrot. Trumps Lieblingsbeleidigungen sind übrigens: „Totaler Verlierer“ und „ankriechen wie ein Hund“. Denken Sie mal drüber nach. 

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel