USA Schuldspruch gegen türkischen Banker in den USA

Gerd Höhler 05.01.2018

Nach dem Schuldspruch für einen türkischen Banker in New York wegen illegaler Geschäfte mit dem Iran drohen neue Spannungen zwischen Washington und Ankara. Das Strafverfahren wirft auch einen dunklen Schatten auf den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan. Er soll – damals noch als Ministerpräsident – von den Geschäften gewusst und sie gebilligt haben.

Drei Wochen dauerte die Verhandlung, vier Tage lang beriet die zwölfköpfige Jury. Dann sprachen die Geschworenen ihr Urteil: Mehmet Hakan Atilla, der frühere Vizechef der staatlichen türkischen Halkbank, ist schuldig. Er soll ab 2012 mit illegalen Gold- und Geldtransfers sowie vorgetäuschten Lebensmittellieferungen dem Iran geholfen haben, die US-Sanktionen zu umgehen und Öl im Wert von vielen Milliarden Dollar zu exportieren.

Atilla droht eine jahrzehntelange Haftstrafe. Das Strafmaß will Richter Berman am 11. April verkünden. Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen: Atillas Anwälte kündigten bereits Revision an. Doch für die Türkei ist der Fall noch lange nicht ausgestanden. Den betroffenen Geldinstituten drohen Bußen der USA in Milliardenhöhe. Zahlen sie nicht, könnte Washington Sanktionen gegen die Türkei verhängen – ein verheerendes Signal für Investoren.