Kommentar Dieter Keller zur G20-Konferenz und Antibiotika bei Tieren Schöne Versprechen

Korrespondent Berlin,Autorenfoto 2014,Dieter Keller
Korrespondent Berlin,Autorenfoto 2014,Dieter Keller © Foto: Südwest Presse
Berlin / Dieter Keller 30.07.2018

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit ist in der Politik gelegentlich ein großer Unterschied. Insbesondere wenn es um internationale Konferenzen geht. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) feiert einen großen Durchbruch beim Treffen mit ihren Kollegen der G-20-Staaten für die Landwirtschaft, das Klima und die Verbraucher. Bei zentralen Themen einer globalen und nachhaltigen Lebensmittelproduktion hätten sie sich verständigt. Das klingt zu schön, um wahr zu sein.

Leider haben solche Konferenzen den Nachteil, dass ihre Ergebnisse unverbindlich sind. Keiner kann einklagen, ob sich beispielsweise alle an den Schwur halten, den Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung zu beschränken. Sinnvoll wäre das sicherlich. Nur bekommen wir schon auf nationaler Ebene immer wieder Versprechen serviert, die nicht eingehalten werden. So hat sich zwar in Deutschland die Menge der Antibiotika, die für die Tierzucht verkauft werden, seit 2011 mehr als halbiert. Aber darauf dürfen wir uns nicht ausruhen: Das ist immer noch eine Menge, und es werden mehr Reserveantibiotika eingesetzt, die dringend für den Einsatz beim Menschen vorbehalten sein müssen.

Weltweit dagegen steigt immer noch der Verbrauch, insbesondere in wirtschaftlich aufstrebenden Ländern. Von denen ist eine ganze Reihe bei den G-20-Staaten vertreten von China bis zur Türkei. Ob die sich im Alltag an große Vereinbarungen auf internationaler Ebene halten, sollten wir nur für bare Münze nehmen, wenn es von unabhängigen Institutionen kontrolliert und bestätigt wird. Dabei geht es nicht nur um das, was auf deutschen Tellern landet.

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